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Zusatzgeräte meist überflüssig

VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 21.06.2008

Düsseldorf. Wasser aus der Leitung ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Und um die Qualität zu garantieren, investieren Versorgungsunternehmen jede Menge Arbeit, Zeit und Energie. Doch das ist manchen nicht genug. Sie möchten noch ein bisschen mehr haben – und sind bereit, dafür sehr viel mehr zu bezahlen.

Auf dem Markt tummelt sich eine Vielzahl von Geräten. Die indes in den meisten Fällen gar nicht notwendig sind, sagt sowohl die Verbraucherzentrale NRW als auch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Ein Beispiel sind teure Entkalker, die mit Magnet- oder elektrischen Feldern hartem Wasser den Garaus machen wollen. Unter kontrollierten Versuchsbedingungen konnte kein Verfahrenserfolg festgestellt werden, heißt es dazu bei der DVGW. Denn trotz mehrerer Versuchsreihen hat keins der Geräte bisher eine Wirkung gezeigt.

Daneben steht noch eine Reihe von Filtern, die das Wasser aus der Leitung ein bisschen sauberer machen sollen. Doch ihre Wirkung kann sich genau ins Gegenteil umkehren – und das Wasser mit Keimen belasten. Die Verbraucherzentrale hat zudem vieler solcher Geräte bereits entzaubert. Beispielsweise Aktivkohlefilter: Sie können Pflanzenschutzmittel zurückhalten, die allerdings im Trinkwasser gar nicht enthalten sein dürfen. Dafür bietet Aktivkohle einen hervorragenden Nährboden für Mikroorganismen. Wenn das Wasser im Behälter steht, können sich Keime vermehren. Die gleiche Gefahr besteht auch bei Ionen-Austauschern für den Hausgebrauch.

Geräte, die auf Membran oder Umkehrosmose setzen, machen in Laboratorien oder Raumfahrt Sinn – um hochreines Wasser herzustellen. In den eigenen vier Wänden dagegen, so die Verbaucherzentrale, kann der Genuss dem Körper Mineralien entziehen. Zudem ist der Energie- und Wasserverbrauch immens. Es müssen drei Liter Wasser durch solche Geräte laufen, nur um eine Ein-Liter-Flasche zu füllen.

Mikrofilter eignen sich für Reisemobile oder Entwicklungsländer, weniger für den Hausanschluss. Und Anlagen, die Wasser mit Sauerstoff anreichern, sehen Schulmediziner mehr als kritisch. Denn eigentlich versorgt die Lunge den Körper mit Sauerstoff – nicht irgendwelche Flüssigkeiten.

Neben dem technischen Zauber gibt es noch esoterische Wässerchen, die „levitiert“, wiederbelebt, energetisch aufgeladen oder durch Rosenquarz geleitet wurden. Bisher konnte noch keine Untersuchung eine Wirkung oder große Veränderung des Wassers feststellen. Wer aber viel Geld dafür ausgibt, muss an die Wirkung glauben. Dosieranlagen, die geringe Menge an Mineralien zusetzen, können sinnvoll sein – als Korrosionsschutz etwa. Wichtig ist allerdings, dass sie das DVGW-Zeichen tragen und von Fachleuten eingebaut werden.

Info Damit endet unsere Serie. Alle Teile im Internet unter: www.rp-online.de/wissen

Quelle: Rheinische Post

 
 
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