Was ist gefühlte Temperatur?
DDT - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012 - 02:30Nr. 453 - Mark Klever aus Düsseldorf fragt anlässlich der Eiseskälte: "Wie unterscheidet sich die gemessene Temperatur von der gefühlten Temperatur?"
Der Wind bläst das warme Luftpolster weg, das die Haut umgibt. Die Folge: Bei Wind kühlt der Körper schneller aus. 37 Grad Celsius Betriebstemperatur brauchen die inneren Organe. Kann der Körper die nicht aufrechterhalten, startet ein Notprogramm: Er stoppt die Durchblutung von Händen, Füßen, Nase, damit der Rest länger warm bleibt. Im Extremfall kommt es zu Erfrierungen. Nicht immer muss dabei gleich Sturm im Spiel sein. Rasante Skifahrer riskieren sogar bei mildem Wetter Frostschäden.
Ein Blick aufs Thermometer allein sagt deshalb nur wenig darüber aus, wie die Kälte wirkt. Was für den Körper zählt, ist die gefühlte Temperatur. Diese Fröstel-Quote heißt "Windchill". Der Chill-Faktor wird nicht gemessen, sondern berechnet; dabei verknüpft man Lufttemperatur und Windgeschwindigkeit nach der Maßgabe: je höher die Windgeschwindigkeit, desto größer die Abkühlung auf der Haut. Der Faktor ist ein Indikator für die vom Menschen wahrgenommene Umgebungstemperatur. Andere Faktoren, wie Luftfeuchtigkeit, gehen nicht in die Berechnungen mit ein.
So wird bei Windstärke 4 (Windgeschwindigkeit 20-28 km/h) eine Temperatur von null Grad als minus sechs Grad empfunden. Bei einer Windgeschwindigkeit von 40 km/h und einer Außentemperatur von minus zehn Grad droht bereits Erfrierungsgefahr; diese Kombination fühlt sich an, als herrschten minus 21 Grad.
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