Umweltfreundliche Verpackungen aus Molke
zuletzt aktualisiert: 21.01.2012 - 02:30Freising (RP) Ob abgepackter Camembert oder eingeschweißter Leberkäse: Ohne die richtige Verpackung geht heute nichts mehr. Die Lebensmittel müssen geschützt werden – vor Sauerstoff, Wasserdampf und chemischen sowie biologischen Einflüssen. Und natürlich sollen sie möglichst lange frisch bleiben. Oft schützen darum transparente Mehrschichtfolien Nahrung vor externen Einflüssen. Die aber basieren auf Erdöl und sind relativ teuer.
Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung schätzt, dass 2014 in Deutschland mehr als 640 Quadratkilometer an Folien produziert und verbraucht werden – das entspricht in etwa der Fläche des Bodensees. Im EU-Projekt "Wheylayer" nutzen Forscher dafür nun aber Molkeprotein statt Erdöl-basierter Kunststoffe. Die in der Molke natürlich vorkommenden Inhaltsstoffe verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln, und die Molkeproteinschicht lässt sich biologisch abbauen. Die Ergebnisse sind bislang vielversprechend. "Es ist uns gelungen, Molkeprotein als Basis für die Folienbeschichtung zu gewinnen. Und wir haben einen Prozess entwickelt, mit dem sich die Multifunktionsfolien im industriellen Maßstab wirtschaftlich herstellen lassen", sagt Markus Schmid vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in Freising. Dabei hat man sich an bestehenden Verfahren orientiert: Unternehmen, die auf Molke umsteigen wollen, müssten ihre Anlagen darum nur geringfügig umrüsten. Das entsprechende Patent ist eingereicht.
Nun wollen die IVV-Forscher noch einen Schritt weiter gehen. Sie möchten auf Molke-Basis Folien entwickeln, die sich durch Hitze in Form bringen lassen. Deren Volumen wird in Deutschland aufgrund der steigenden Nachfrage an Fertigprodukten in Schalen von 76 497 Tonnen im Jahr 2009 auf 93 158 Tonnen im Jahr 2014 steigen.
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