Neue Bilder vom Marsmond Phobos
zuletzt aktualisiert: 22.01.2011 - 02:30Köln (RP) Die europäische Marssonde "Mars Express" hat den Marsmond Phobos in einer Entfernung von nur 100 Kilometern passiert. Dabei erfasste die hochauflösende Stereokamera HRSC den Marstrabanten in hoher Auflösung und nahm die Südhemisphäre des unregelmäßig geformten Monds auf. Die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln planten die Aufnahmen, bei denen die Sonde mit 2,3 Kilometer pro Sekunde (8280 km/h) bereits am 9. Januar an Phobos vorbei flog. Jetzt aber liegen die Ergebnisse vor.
Da die Mars Express-Sonde in einer elliptischen Umlaufbahn um den Roten Planeten fliegt, entfernt sie sich regelmäßig vom Mars und nähert sich dabei im Schnitt alle fünf Monate auch Phobos an. Der Mond umrundet den Mars in etwa 6000 Kilometer Entfernung von der Oberfläche des Planeten. Mit den Aufnahmen dieses Vorbeiflugs konnten die Wissenschaftler große Teile der Südhemisphäre des Mondes erstmals in einer Auflösung von 3,8 Metern pro Pixel aufnehmen. Dabei scannte die Stereokamera HRSC den etwas über 20 Kilometer großen Marsmond mit fünf der neun Sensoren, die auf der Kamera hintereinander angeordnet sind.
Auf den Aufnahmen sind die zahlreichen Krater gut zu erkennen sowie die sogenannten "Grooves": Rillen, deren Entstehung bisher noch ungeklärt ist. An einer Stelle konnte sogar ein etwa hausgroßer Felsblock entdeckt werden, der auf der Oberfläche von Phobos liegt und einen markanten Schatten wirft.
"Mit jeder Phobos-Aufnahme der Stereokamera können wir das dreidimensionale Modell des Marsmondes verbessern", sagt Professor Jürgen Oberst vom DLR-Institut für Planetenforschung. "Vor allem helfen uns die neuen Bilddaten, das globale Bildermosaik des Marsmondes ständig weiter zu entwickeln, um am Ende daraus einen Atlas von Phobos ableiten zu können." Wichtig ist die Auswertung der Aufnahmen unter anderem für die russische Mission "Grunt" ("Boden"), die im November 2011 zu Phobos startet. Dabei wird ein Landemodul auf dem Marsmond aufsetzen, Gesteins- und Staubproben mit einem Roboterarm einsammeln und diese in einer Rückkehrkapsel zur Erde transportieren. Das Landemodul wird dann noch ein Jahr lang von der Phobos-Oberfläche Daten sammeln.
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