Kritiker sind in der Defensive
zuletzt aktualisiert: 14.07.2010 - 02:30Die Kritiker der Homöopathie unter den Gesundheitspolitikern geraten zunehmend in die Defensive: Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will homöopathische Heilverfahren nicht aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen herausnehmen und erhält dafür nun Unterstützung aus der Koalition. Das Herausnehmen dieser Leistungen sei ein "Anschlag auf die Wahlfreiheit der Versicherten und Patienten", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Ulrike Flach.
Die Gesundheitsexperten Karl Lauterbach (SPD) und Jens Spahn (CDU) hatten am Wochenende gefordert, den Krankenkassen generell zu verbieten, Leistungen für Homöopathie zu erstatten. Der Grund: der wissenschaftlich unzureichend nachgewiesene Nutzen.
Die frühere Gesundheits-Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) nannte den Vorstoß des SPD-Mannes Lauterbach "fragwürdig und zur Finanzierung des Gesundheitswesens ungeeignet". Die Homöopathie gehöre zur Therapievielfalt. Die Streichung aus dem Leistungskatalog würde "nicht mal einen zweistelligen Millionenbetrag" einsparen. Laut Pharma-Industrie ist der Anteil der Homöopathie-Ausgaben der Kassen gemessen an den gesamten Arzneimittelausgaben von jährlich 30 Milliarden Euro gering.
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