Der Brennwert von Lebensmitteln
zuletzt aktualisiert: 09.06.2009 - 02:30Nr.377 Hans-Gerd Ingenstau aus Geldern fragt: "Wie wir der Brennwert von Lebensmitteln bestimmt?""
Um den Kaloriengehalt zu ermitteln, wird eine abgewogene Probe des Lebensmittels verbrannt und die Wärmemenge gemessen, die dabei frei wird. "Dazu verwendet man ein so genanntes Bombenkalorimeter", erklärt Sabine Iwanek von der Göttinger Firma Phywe. "Das Gerät besteht aus einem stählernen Reaktionsgefäß, das mit seiner Form an eine Bombe erinnert, und dem Kalorimetergefäß, in das die Bombe eingesetzt wird."
Feste Lebensmittelproben werden zusammen mit einem Zünddraht in Pillenform gepresst. Anschließend wird sie von außen gezündet. Bei flüssigen Lebensmittelproben wiegt man sie in der Verbrennungsschale ab, taucht den Zünddraht hinein und verbindet ihn mit den Stromzuführungen.
Mit der Zündung startet die Reaktion: die Probe verbrennt, gibt ihre Verbrennungswärme an das Bombengefäß und dieses wiederum an das Wasserbad ab. Dort kann man einen Temperaturanstieg messen. "Aus der Differenz zwischen Anfangs- und Endtemperatur wird die Verbrennungsenergie berechnet", so Sabine Iwanek.
Jedoch entspricht der ermittelte Kaloriengehalt aus dem Labor nicht der Verwertung der Kalorien im Körper. Der, so die Chemikerin, kann nämlich nicht einfach alle Lebensmittel restlos "verbrennen". So werden Kohlenhydrate nur als Glucose verwertet, ungesättigte Fette müssen erst in gesättigte umgewandelt werden, und Ballaststoffe können vom Körper gar nicht verwendet werden. Einige Studien kommen somit zu dem Schluss, dass so genannte Nährwerttabellen nur als "Schätzgrundlage" nutzen. Denn: Eine Kalorie ist nur mathematisch eine Kalorie. ddt
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