Wirtschaft 2011 so gut wie vor Krise
zuletzt aktualisiert: 16.09.2010 - 02:30Essen/Berlin (dapd) Die deutsche Wirtschaft kommt auf ihrem Weg aus der Krise schnell voran. Bereits Ende 2011 und damit viel früher als erwartet wird das reale Bruttoinlandsprodukt nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und des Forschungsinstituts Kiel Economics wieder etwa das Vorkrisenniveau erreichen. Dank des Aufschwungs werde die Zahl der Arbeitslosen im nächsten Jahr wieder unter drei Millionen sinken, prognostizierte gleichzeitig das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Das Institut erwartet nach seiner gestern veröffentlichten Prognose für dieses Jahr in Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent. Das wären 1,5 Prozentpunkte mehr als noch im Juni vorausgesagt. Für 2011 gehen die Essener Experten von einem Plus von 2,2 Prozent aus. Das IWH rechnet mit einem Wachstum von 3,5 Prozent in diesem und zwei Prozent im nächsten Jahr.
"Die deutsche Konjunktur erholt sich deutlich schneller von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise als weithin erwartet", betonten die Konjunkturexperten aus Halle und Kiel. Die Wirtschaft habe bereits mehr als die Hälfte des massiven Einbruchs aus dem Jahr 2009 wettgemacht. In der zweiten Jahreshälfte werde die Aufholjagd weitergehen. Allerdings werde das Expansionstempo etwas nachlassen. Die RWI-Forscher warnten indes vor übertriebener Euphorie. "Alles in allem befindet sich Deutschland zwar in einem Aufschwung, jedoch ist die Lage bei weitem nicht so günstig, wie dies die überraschend starke Zunahme des Bruttoinlandsprodukts vermuten lässt", betonten die Experten. Weder die Produktion noch die Auftragseingänge hätten bisher das vor der Finanzkrise beobachtete Niveau erreicht. Außerdem habe die Erholung zuletzt weltweit, sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern, nachgelassen.
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