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WestLB: Ärger um Öl-Pipeline in Ecuador

VON GERHARD VOOGT UND GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 - 02:30

Düsseldorf. Die WestLB hat sich in der Vergangenheit viel Kritik eingehandelt, weil sie ein Pipeline-Projekt im ecuadorianischen Regenwald mitfinanziert hat. Nächste Woche ist die Pipeline erneut Thema im NRW-Landtag. Denn nun ist passiert, was Umweltschützer befürchtet haben: Wegen mehrerer Erdstöße hat die Pipeline einen Riss bekommen, und etwas mehr als 11 000 Barrel (159 Liter) Schweröl sind ausgelaufen. Von denen sind zwar mittlerweile 7800 Barrel beseitigt worden, aber die Schäden sind laut Umweltschützern gravierend. "Wir sind am 25. Februar darüber informiert worden, dass Öl ausgetreten ist. Der Betreiber OCP hält uns seither regelmäßig auf dem Laufenden", sagte gestern ein WestLB-Sprecher auf Anfrage.

Die Pipeline, die größte und modernste in Ecuador, ist seit dem Jahr 2003 in Betrieb. Damals wurde der Bau mit einem Kreditvolumen von 900 Millionen Euro finanziert. Federführend war dabei die WestLB, die dem Vernehmen nach ungefähr ein Zehntel des Gesamtbetrages in die eigenen Bücher genommen hat. Laut Bankenkreisen waren damals unter anderem auch die französische BNP und die Royal Bank of Scotland mit von der Partie. Öl ist eine der Haupt-Einnahmequellen in Ecuador: 2008 kamen 57 Prozent aller Export-Einnahmen Ecuadors durch Öl-Ausfuhren zustande.

Die Gegner des WestLB-Engagements sehen sich durch den Pipeline-Riss in ihren Befürchtungen bestätigt. Zwischen 2000 und 2005 war der Pipelinebau der rot-grünen Landesregierung kontrovers diskutiert worden und hatte das Klima in der Koalition von Grünen und SPD immer wieder belastet. Johannes Remmel, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, sagte unserer Zeitung: "In Ecuador sind genau die Gefahren Wirklichkeit geworden, auf die wir gemeinsam mit Umweltverbänden hingewiesen haben. Jetzt rächt sich, dass die Spitze der WestLB, Hand in Hand mit den SPD-Ministerpräsidenten Steinbrück und Clement und dem jetzigen Finanzminister Linssen (CDU), ohne Rücksicht auf Verluste mit dem Kopf durch die Wand wollte."

Soziale und ökologische Argumente gegen die Pipeline seien in den Wind geschossen worden, so Remmel: "Die Rechnung wird wieder einmal den Menschen und der Natur in Ecuador und den Steuerzahlern in NRW aufgebürdet." Die Grünen verlangen eine Berichterstattung der Landesregierung.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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