VW verzichtet auf Blackberry-Mails nach Dienstschluss
zuletzt aktualisiert: 24.12.2011 - 02:30Wolfsburg/Düsseldorf (RP) Volkswagen-Mitarbeiter können sich auf erholsame Weihnachten ohne E-Mails vom Smartphone freuen: Mitarbeiter des Automobilherstellers erhalten nach Dienstschluss keine Nachrichten mehr über das Firmenhandy. Die Regelung gelte bereits seit Herbst, sagte ein Unternehmenssprecher und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland". Das Blatt hatte berichtet, dass der VW-Server eine halbe Stunde nach Arbeitsende keine Mails an die Firmen-Blackberrys sende. Damit solle die Belastung der Beschäftigten reduziert werden, die sonst ständig erreichbar wären. Betroffen seien mehr als 1100 VW-Mitarbeiter mit Tarifvertrag. Nur das obere Management sei von den Regelungen ausgeschlossen. Die Entscheidung, die Mitarbeiter von der täglichen E-Mail-Flut zu entlasten, kommt nicht von ungefähr: Bis zu 200 Mails erhält jeder Arbeitnehmer pro Tag, schätzen Experten. Das stört den Arbeitsablauf, die Konzentration wird unterbrochen, der Beschäftigte arbeitet weniger effektiv.
Volkswagen ist nicht das erste Unternehmen, dass dies erkennt: Erst vor wenigen Wochen meldete der Düsseldorfer Konzern Henkel, dass er über die Weihnachtstage eine "Mailpause" verordnet hat. Nur im Notfall sollten Emails verschickt werden. Es sei auch eine Frage des fehlenden Respekts, womit man Leute behelligt, sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Der E-Mail-Flut können Angestellte aber auch selbst Herr werden. Etwa indem sie für sich selbst Zeiten festlegen, in denen sie Mails konzentriert bearbeiten, statt sich immer wieder zwischendurch ablenken zu lassen. Auch lange Diskussionen per Mail führen meist eher zu Zeitverlust als ans schnelle Ziel. Da hilft der Griff zu einem altbewährten Medium: Dem Telefon.
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