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Vodafone baut weiter Personal ab

VON REINHARD KOWALEWSKY - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 02:30

Düsseldorf/MÜnchen Die Vodafone-Gruppe, zweitgrößter Telekommunikationskonzern Deutschlands und mit rund 5000 Stellen einer der größten Arbeitgeber in Düsseldorf, will den Personalabbau weiter vorantreiben. Dies erklärte Vorstandschef Friedrich Joussen intern und auch bei einem Pressegespräch in München. Danach stehe Vodafone-Deutschland als eine der wichtigsten Tochergesellschaften der britischen Vodafone in der Pflicht, seinen Teil zum weltweiten Sparprogramm von 1,1 Milliarden Euro beizutragen. "Ich glaube, dass wir mit weniger Leuten arbeiten werden", sagt Joussen.

Es wird laut Firmeninsidern ein konsequentes Spar- und Effizienzprogramm geben. Entlassungen sind aber nicht geplant. Dies erklärten Geschäftsführung und inoffizielle Quellen gegenüber unserer Zeitung. Zum einen gelte noch für eine Übergangszeit das Verbot betriebsbedingter Kündigungen. Es wurde aus Anlass der Integration der Frankfurter Festnetzfirma Arcor vereinbart. Zum anderen gäbe es auch ohne Kündigungen genügend Möglichkeiten, die Mitarbeiterzahl von bundesweit 15 000 zu senken: Vorgesetzte müssen jede Wiederbesetzung einer Stelle von einem neuen "Hiring-Committee" genehmigen lassen – "da wurden einige Jobs gekippt", erzählt ein Insider. Und da Vodafone von der früheren Arcor-Belegschaft Manager und andere Beschäftigte gegen "Superabfindungen" (so Insider) aus dem Konzern drängte, fielen einige Stellen sowieso weg. Einige Sorgen müssen sich allerdings Kollegen in den Call-Centern machen: Joussen kündigte an, deren Arbeit weiter ins Ausland zu verlagern. sofern es sich nur um einfache Tätigkeiten handelt. Aber auch andere Bereiche will der Vorstand unter die Lupe nehmen, um zu sparen. "Es wird da keine Tabus geben", verriet ein Manager unserer Zeitung.

Dem Personalumbau zum Trotz setzt Vodafone auf Expansion. Das DSL-Netz soll rund um 800 eigene Hauptverteiler künftig ein Übertragungstempo von 50 Megabyte erlauben – damit könnten vier Millionen Haushalte ein besseres Angebot bekommen. Joussen will die Ausgaben für Werbung in diesem Jahr um mehr als zehn Millionen Euro erhöhen.

Und bald startet unter dem Namen Otelo eine Discountmarke. Die Ironie: Soeben hat Vodafone die Marke der übernommenen Arcor aus "Spargründen" abgeschafft. Arcor wiederum hatte die Marke Otelo aus "Spargründen" gestrichen. Jetzt wo Arcor verschwunden ist, lebt Otelo auf.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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