Leverkusen: Verseuchtes Medikament: Bayer entschädigt Bluter
zuletzt aktualisiert: 26.01.2011 - 02:30Leverkusen (RP). Seit vielen Jahren streitet sich der Bayer-Konzern mit Bluter-Kranken vor amerikanischen Gerichten. Diese hatten ein Blutgerinnungsmittel der amerikanischen Bayer-Tochter Cutter eingenommen. Bei dessen Herstellung waren Blutkonserven verwendet worden, die HIV-verseucht waren. Diese Viren können Aids auslösen. Nun hat sich der Konzern mit den Betroffenen verständigt. Bayer und drei weitere Pharmahersteller (darunter der US-Konzern Baxter), die ebenfalls verseuchte Präparate vertrieben haben, zahlen den Betroffenen mehrere Millionen Euro.
Mit den Anwälten, die die Kläger vertreten, sei eine juristische Einigung erzielt worden, sagte ein Bayer-Sprecher. Wie viel Entschädigung der Leverkusener Konzern genau zahlt, wollte er nicht sagen. 90 Prozent der Kläger, das sind rund 2000 Patienten, haben diese Einigung akzeptiert.
Bereits 1997 hatte Bayer 300 Millionen Euro in einen Ausgleichsfonds für Bluter gezahlt, die nach einer Bluttransfusion an Aids erkrankt waren. Auch das Plasma-Geschäft, zu dem Cutter gehört, hat Bayer inzwischen verkauft.
Die Bluter-Arznei war nicht Bayers einziges Problem nach dem Skandal um den Cholesterinsenker Lipobay, den Bayer 2001 nach Todesfällen vom Markt nahm. Wegen des Medikaments Trasylol, das bei Herz-Operationen eingesetzt wird, haben bis 2010 rund 1600 Patienten den Konzern in den USA verklagt. Sie werfen ihm vor, er habe nicht genug davor gewarnt, dass das Mittel zu Nierenversagen oder zum Tod führen kann.
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