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Trotz Aufschwung noch 113 000 Firmen in Gefahr

VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 02:30

Die Konjunktur zieht zwar wieder an, doch viele Unternehmen leiden noch unter den Folgen der größten Wirtschaftskrise in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Rund 113 000 der 3,3 Millionen Firmen in Deutschland seien wegen ihrer geringen Zahlungsfähigkeit in ihrer Existenz gefährdet, berichtete die Firmenauskunftei Creditreform gestern in Düsseldorf.

Auch wenn Unternehmen nicht drastisch gefährdet seien, habe sich ihre Bonität deutlich verschlechtert. So sank etwa die Zahl der Firmen mit ausgezeichneter Zahlungsfähigkeit zwischen Dezember 2008 und Juni 2010 um mehr als 14 Prozent. Im Gegenzug erhielten 18 Prozent mehr Firmen von Creditreform den Malus "schwache Bonität". Ohne einen langen und kräftigen Aufschwung könnten viele deutsche Firmen Zahlungsprobleme bekommen, sagte Creditreform-Chef Helmut Rödl. Denn 40 Prozent der Unternehmen hätten nur eine Umsatzrendite von einem Prozent – jeder Rückschlag ist für sie gefährlich.

Bei Betrachtung der Risikoverteilung nach Regionen schneiden Rheinland und Bergisches Land gut ab. Im bundesweiten Durchschnitt erhielten Unternehmen die Bonitätsstufe 250, was in etwa der Schulnote "zwei minus" entspricht. Je niedriger die Ziffer, um so höher ist die Zahlungsfähigkeit. Im Schnitt gute Noten erhielten laut Creditreform Firmen in Düsseldorf (238 Punkte), Duisburg (236 Punkte), Krefeld (240 Punkte) und die Kreise Mettmann (237 Punkte) und Neuss (239 Punkte). Unterdurchschnittliche Noten gab es für Firmen in Solingen (255 Punkte) und im Kreis Kleve (265 Punkte).

Für 2010 rechnen die Experten mit rund 34 000 Firmen-Pleiten – rund 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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