SPD: Besser große als kleine Kopfpauschale
zuletzt aktualisiert: 21.04.2010 - 02:30Vor der heutigen Sitzung der Regierungskommission zur Reform der Finanzen im Gesundheitswesen hat der SPD-Experte Karl Lauterbach vor der Einführung einer kleinen Prämie gewarnt. "Ein System mit einer kleinen Pauschale ist schlechter als eine komplette Umstellung auf eine Bürgerversicherung oder auf eine Kopfpauschale", sagte Lauterbach.
Die Regierungskommission will ein Konzept erarbeiten, wie die Finanzierung des Gesundheitssystems schrittweise auf eine Prämie umgestellt werden kann. Zunächst soll eine kleine Prämie eingeführt werden. Im Gespräch ist eine Pauschale von 29 Euro. Sie könnte den zusätzlichen Beitrag der Arbeitnehmer zur Krankenkasse von 0,9 Prozent ablösen. Nach Berechnungen des Instituts für Gesundheitsökonomie würde eine solche Prämie rein rechnerisch rund acht Milliarden Euro zusätzlich einbringen.
Allerdings haben die Ökonomen nicht berücksichtigt, dass eine Reihe Versicherter die Prämie nicht zahlen könnten beziehungsweise einen Sozialausgleich benötigten. In den nächsten Jahren müsste die Prämie zudem kräftig steigen. Wenn die Steigerungen der Ausgaben der Krankenkassen bei nur einem Prozent pro Jahr lägen, wären im Jahr 2030 schon 86 Euro fällig.
Lauterbach hält die Einführung einer solchen kleinen Prämie für zu bürokratisch: "Wenn die Politik die Kraft nicht aufbringt, sich für ein System zu entscheiden, sollte man sich nicht für ein bürokratisches Misch-System entscheiden, das komplizierter ist, als das bestehende System."
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