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Sparkasse Köln bleibt tiefrot

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 06.03.2010 - 02:30

Für 2009 wird das Unternehmen wohl den dritten dreistelligen Millionenverlust in Folge ausweisen. Wann stille Einlagen und Genussscheine von Stadt Köln und Sparkassenverband bedient werden, ist fraglich.

köln Im April 2008 und zum Ende des vorvergangenen Jahres bekam die Sparkasse KölnBonn Kapitalspritzen vom rheinischen Sparkassen- und Giroverband sowie der Stadt Köln. Das Institut brauche das Geld, um steigende Kreditnachfrage aus dem Mittelstand bedienen zu können, hieß es damals als Begründung. Manche rümpften die Nase, weil sie die finanzielle Unterstützung im Namen des Mittelstandes als Deckmantel für die Kapitalnot der Sparkassen empfanden.

Mittlerweile ist wohl jedem klar, dass die Kölner tatsächlich gewaltig der Schuh drückt. Vorstandschef Artur Grzesiek wird am kommenden Mittwoch für 2009 vermutlich den dritten dreistelligen Millionenverlust in Folge verkünden. Wie rot die Zahlen für 2009 sind, steht noch nicht fest. Im Vorjahr betrug der Verlust rund 182 Millionen Euro. Der sei "deutlich kleiner ausgefallen", sagte gestern ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Nach Informationen aus Sparkassen-Kreisen wird das Minus aber zumindest noch einmal dreistellig ausfallen.

"Schwierige Jahre"

Die Probleme der Vergangenheit hat die Sparkasse noch längst nicht hinter sich. "Auch 2010 und 2011 werden schwierige Jahre", heißt es im Umfeld des Instituts. Ob unter diesen Umständen die stille Einlage der Stadt Köln und die Genussscheine, die der Sparkassenverband in Düsseldorf gezeichnet hat, überhaupt bedient werden können, erscheint fraglich. Mit einem Teil des Genussschein-Kapitals ist schon in der Bilanz für das Jahr 2008 der damalige Verlust ausgeglichen worden.

Beide zusammen haben immerhin 650 Millionen Euro zur Verfügung gestellt – ein Umstand, der die EU-Kommission auf den Plan gerufen hat. Die ermittelt wegen möglicher Beihilfen. Für die Genehmigung solcher Beihilfen verlangt die Kommission in der Regel einen Sanierungsplan. Die Gespräche zwischen der Wettbewerbskommission in Brüssel und der deutschen Seite seien auf gutem Wege, heißt es.

Das Verzwickte an dem möglichen Beihilfe-Fall: Die Deutsche Bank hatte die markgerechte Verzinsung des zur Verfügung gestellten Kapitals bei einer Prüfung nicht beanstandet. Doch der private Bankenverband beschwerte sich trotzdem bei der Europäischen Union. Und seither wird geprüft.

Die Sanierung der Sparkasse wird also so oder so noch dauern. Schon im vergangenen Jahr hatte Vorstandschef Grzesiek erklärt, dass in den nächsten Jahren keine neuen Arbeitsplätze geschaffen würden. Dadurch, dass gleichzeitig jedes Jahr zwischen 150 und 250 Mitarbeiter durch normale Fluktuation die Sparkasse verlassen, streicht das Unternehmen binnen vier Jahren bis zu 1000 Jobs. Damit würde immerhin jeder fünfte Arbeitsplatz bei dem öffentlich-rechtlichen Institut wegfallen. Und der Zeitraum, in dem die Sparkasse keinen Mitarbeiter mehr einstellen will, ist um ein Jahr bis Ende 2014 verlängert worden.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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