Schäferkordt wird RTL-Chefin
zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 02:30Gütersloh (dpa/rtr) Europas größter Fernsehkonzern RTL Group bekommt eine neue Führung – mit einer Frau als Teil einer Doppelspitze. Die bisherigen RTL Deutschland-Chefin Anke Schäferkordt und Ex-ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch sollen künftig die Sendergruppe führen. Gerhard Zeiler, der seit neun Jahren an der Spitze steht, verlässt die Sendergruppe in gegenseitigem Einvernehmen zum 18. April, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen, wie die Bertelsmann AG als Muttergesellschaft mitteilte.
Für Schäferkordt ist das ein gewaltiger Aufstieg. Die 49-jährige wird nicht nur Chefin der RTL Group, sondern bleibt auch Chefin der Tochter RTL Deutschland, die von Köln aus geführt wird. Zudem soll sie den Platz von Zeiler im Vorstand der Bertelsmann AG übernehmen. Die studierte Betriebswirtin hatte ihre berufliche Karriere einst bei Bertelsmann begonnen. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe erklärte, dass Schäferkordt die Vorstandsarbeit "bereichern" werde. "Mit ihr zieht nicht nur eine herausragende Unternehmerin und sehr erfahrene Fernsehmacherin in den Bertelsmann-Vorstand ein, sondern erstmals auch eine Frau."
Der Vorstand der RTL Group wird damit von zwei auf drei Manager erweitert: Neben Schäferkordt und de Posch arbeitet Elmar Heggen weiterhin als Finanzvorstand. De Posch ist im Vorstand verantwortlich für alle Aktivitäten in anderen Ländern sowie für das Produktionsgeschäft.
Der aus Wien stammende Gerhard Zeiler war mehr als 13 Jahren bei RTL tätig, davon fast neun Jahre als Chef der RTL Group. Zeiler erklärte, dass er zutiefst dankbar für wundervolle Jahre bei dem Unternehmen sei. Der Österreicher werde der Fernsehbranche treu bleiben, aber nicht bei einem RTL-Rivalen anfangen, sagte ein Unternehmens-Insider. Angeblich soll er zu einem amerikanischen Medienunternehmen wechseln.
Zeiler hatte die RTL Group, die zu 91 Prozent der Bertelsmann AG gehört, zur Ertragsperle gemacht. Die RTL Group erwirtschaftete 2010 bei 5,6 Milliarden Euro Umsatz einen operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro. Zu dem in Luxemburg ansässigen Unternehmen gehören 48 Fernseh- und 30 Radiostationen in zehn Ländern Europas. In Deutschland sind dies RTL, RTL2, SuperRTL, n-tv und Vox.
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