Pflege: Rösler möchte Kräftemangel beheben
zuletzt aktualisiert: 21.10.2010 - 02:30Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat für schon kommendes Jahr weitere Reformen des Gesundheitswesens angekündigt. Nach dem Finanzierungsgesetz mit Erhöhung der Beiträge Anfang 2011 brauche man "Verbesserungen auf der Ausgabenseite, also Veränderungen im System", sagte der FDP-Politiker. Leistungskürzungen schloss der Minister aber aus. Ziel sei, "dass die tatsächlich Kranken nicht belastet werden, das wird auch die Lesart für den Rest der Legislaturperiode sein".
Geplant ist laut Rösler für 2011 ein "Versorgungsgesetz", das dem Ärzte- und Pflegekraftmangel begegnen soll. Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfers PriceWaterhouseCoopers in Zusammenarbeit mit dem Wifor-Institut sollen bereits im Jahr 2020 fast 56 000 Ärzte sowie 140 000 Pflege-Fachkräfte fehlen. Bis 2030 drohe die Personallücke sogar auf fast eine Million Fachkräfte anzuwachsen. Hinzu komme der Personalbedarf in der Altenpflege. Ohne Reformen stehe das System vor dem Kollaps, warnten die Autoren der Studie. Im Jahr 2008 waren laut Statistischem Bundesamt rund 4,6 Millionen Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt.
Um einen Pflegenotstand abzuwenden, sei das deutsche Gesundheitssystem auf zusätzliche Pflegekräfte aus dem Ausland angewiesen, mahnen die Autoren. Außerdem müssten Bezahlung und Arbeitsbedingungen in der Branche besser werden. Dazu gehörten auch flexiblere Arbeitszeitmodelle, mit denen das Fachkräftepotenzial bei Frauen besser ausgeschöpft würde.
Für Gesundheitsminister Rösler steht eine weitere Reform der Ärztehonorare ebenfalls auf der Agenda. Weitere Finanzierungsreformen in dieser Legislaturperiode plant Rösler vor der nächsten Bundestagswahl dagegen nicht mehr. "Die Finanzierung 2011 ist gesichert, 2012 und 2013 auch, so dass da nichts passieren muss", sagte der FDP-Politiker.
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