NRW-Wirtschaft im Ländervergleich schwach
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010 - 02:30Nordrhein-Westfalen hat besonders unter der weltweiten Wirtschaftskrise gelitten. Das ist das Ergebnis der Studie "Bundesländerranking 2010" die gestern vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der "Wirtschaftswoche" in Berlin vorgestellt wurde. Im deutschlandweiten Vergleich belegt NRW demnach den vorletzten Platz hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Dynamik. Zum schlechten Abschneiden trägt insbesondere die hohe Zahl der Hartz-IV-Empfänger bei. Zwar ist der Anteil der Arbeitslosengeld-II-Bezieher an der Gesamtbevölkerung von 2006 bis 2009 um 0,2 Prozentpunkte gesunken, mit diesem Wert liegt NRW aber dennoch unter dem Bundesdurchschnitt. Die Verfasser der Studie bemängeln in ihrer Analyse außerdem die hohe Zahl der Schulabbrecher, den hohen Anteil privater Schuldner und eine schwache Kita-Betreuungsquote. Die Wirtschaftskrise habe die Chemie- und Metallindustrie geschwächt, hinzu kommen die Probleme des Strukturwandels.
Gleichzeitig betonte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Karl Lichtblau, kein anderes Bundesland sei so differenziert strukturiert wie NRW: "Die Rheinschiene von Düsseldorf bis Bonn ist beispielsweise als Standort ungleich besser entwickelt als das Ruhrgebiet", erläuterte Lichtblau. Insgesamt fehle es aber an Innovationen, etwa bei der Zahl der Patentanmeldungen. Da sind die südlichen Bundesländer weiter Spitzenreiter. Größtes Wachstumspotenzial bescheinigt die Studie den neuen Bundesländern: Ihr Arbeitsmarkt entwickele sich positiv, die Haushalte seien gut aufgestellt, und es werde in Bildung investiert. Platz eins im Dynamik-Ranking erreichte Brandenburg.
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