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NRW fördert Opel auf Umweg

VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 19.06.2010 - 02:30

Das Bochumer Opel-Werk bereitet sich auf den Bau eines neuen Elektroautos auf der Basis des aktuellen Opel Zafira vor. Ungeachtet der jüngsten Absage von Opel an Staatshilfen für das Sanierungskonzept des maroden Autobauers will das Land NRW dieses Projekt auch finanziell fördern. Das sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel unserer Zeitung. Im Gespräch ist eine Bürgschaft des Landes für einen Förderkredit der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums bestätigte gestern, dass NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU)sich am 9. Juli mit Opel-Chef Nick Reilly im Bochumer Opel-Werk treffen werde, "um über gemeinsame Ziele im Bereich der Elektromobilität zu sprechen". Zwar wird die Regierung in NRW Mitte Juli wechseln. Aber auch Norbert Walter-Borjans (SPD), der als Nachfolger Thobens gilt, ist der Unterstützung des Elektro-Zafiras in Bochum gegenüber "grundsätzlich aufgeschlossen", wie er gestern auf Anfrage sagte.

Unter der Regie Thobens ist in NRW in den vergangenen Jahren ein schlagkräftiges Automobil-Cluster entstanden: Die meisten der 200 000 Automobil-Arbeitsplätze in NRW profitieren von dem Netzwerk, in dem Produktionsaufträge aufgeteilt und Forschungsergebnisse ausgetauscht werden. Einer der Schwerpunkte des Clusters ist die Elektromobilität, bei der in NRW Evonik als Batteriehersteller, der sauerländische Mittelständler Mennekes als Weltmarktführer für Ladestecker, der Energieriese RWE sowie die Universitäten Aachen, Münster und Duisburg-Essen die großen Player sind. "Je mehr Elektroautos in NRW gebaut werden, desto mehr profitiert das ganze Netzwerk davon", meint der Duisburger Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer.

Ähnlich wie künftig Opel in Bochum sind jetzt schon die Kölner Fordwerke Nabel eines solchen Projekts. In Kooperation mit dem Kölner Energieversorger Rheinenergie testen die Kölner bereits 25 Elektroautos vom Typ Ford Focus im Alltagsbetrieb. RWE untersucht in einer Großstudie derzeit Elektroautos im Pendlerbetrieb und betreibt dazu Ladestationen entlang der A40. Mercedes hat schon über 30 Prototypen eines Elektro-Transporters in Betrieb, der in den Düsseldorfer Sprinter-Werken in Serie gehen könnte. "Ford und Opel tun gut daran, sich über die Elektromobilität als deutsche High-Tech-Perlen innerhalb ihrer amerikanischen Mutterkonzerne zu etablieren", sagte Walter-Borjans gestern.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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