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Neue Fernzüge in drei Jahren

VON KLAUS PETER KÜHN - zuletzt aktualisiert: 13.01.2011 - 02:30

Die Deutsche Bahn will sich im Fernverkehr eine Fahrzeug-Reserve zulegen und bestellt deshalb 27 Doppelstockzüge, die den Standard von Intercitys (IC) bieten sollen. Mit ersten Einsätzen der Züge sei in knapp drei Jahren zu rechnen, erläuterte Personenverkehrs-Chef Ulrich Homburger. Die Bahn wolle mit den Doppelstock-IC "weniger anfällig sein". Sie greift deshalb auf ein technisch bereits erprobtes Konzept zurück.

Technisch sind die neuen Züge mit der jüngsten Generation von Regionalzügen identisch, wie sie etwa ab März auf der RE 1 ("NRW-Express") eingesetzt werden. Die aus einer Lok, drei 2. Klasse-Wagen, einem 1. Klasse- und einem Steuerwagen bestehenden Züge sollen für 160 km/h, möglichst sogar 190 km/h zugelassen werden.

Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn spricht von einer "sinnvollen Zwischenlösung", schließlich könnten die Züge später für den Regionalverkehr umgerüstet werden. Trotz des von der Bahn angekündigten höheren Komforts bei der Ausstattung, kritisiert Ebbers, seien die Doppelstockwagen wegen ihrer vielen Stufen und des knappen Gepäck-Stauraums nur bedingt für eine größere Zahl von Reisenden mit Koffern geeignet. Für Rollstuhlfahrer gebe es nur zwei über eine Rampe erreichbare Plätze im Steuerwagen. Ein Bordbistro fehlt im Doppelstock-IC.

Die bei Bombardier bestellte, 360 Millionen Euro teure "Zwischenlösung" wurde unter anderem nötig, weil sich die Verhandlungen mit Siemens über die Nachfolger ("ICx") der jetzigen IC und ICE in die Länge ziehen. Mit der Lieferung der ersten Züge ist nicht vor 2016 zu rechnen. Die alten IC sollen nochmals aufgefrischt werden und künftig als Reserve für Verkehrsspitzen und Engpässe bereitstehen.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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