Minister: 25 000 suchen noch Lehrstelle in NRW
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 02:30Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist in Nordrhein-Westfalen nach Einschätzung von Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) keineswegs ausgeglichen. Er widerspreche ausdrücklich der Meinung von Unternehmern, dass es landesweit einen Mangel an Auszubildenden, nicht jedoch an Ausbildungsplätzen gebe, sagte Schneider in Düsseldorf. Seinen Angaben zufolge hatten Ende August 25 000 junge Leute noch keine Lehrstelle gefunden.
Die Zahl der noch offenen Stellen habe dagegen bei lediglich 11 400 gelegen. Darüber hinaus befänden sich "noch Zehntausende" von Jugendlichen in sogenannten Warteschleifen und hofften weiterhin auf eine Ausbildungsstelle, sagte der Minister und frühere DGB-Landesvorsitzende zum Auftakt seiner "Ausbildungstour" mit dem Besuch von Betrieben und Firmen. Dabei will er auch für die Idee der rot-grünen Landesregierung einer Ausbildungsgarantie werben.
In Zukunft müssten sich die Unternehmen in zunehmendem Maß selbst darum kümmern, dass die Jugendlichen "Ausbildungsreife" erlangen. Die Wirtschaft klagt immer stärker über mangelnde Deutsch- und Rechenkenntnisse. Unternehmen, die hier Hilfestellung gäben, zeigten große Erfolge bei der Sicherung ihrer Fachkräfte, so Schneider. Die Schulen leisteten "immer noch zu wenig bei der Berufsorientierung". Die jungen Leute richteten ihr Augenmerk auf maximal nur 15 Berufe. Hier sei Abhilfe geboten. Ab Klasse sieben müsse es verbindliche schulische Angebote für eine "realistische Berufsorientierung" geben. Für diejenigen, die eine Lehre nicht schafften, sollten niederschwellige Berufsabschlüsse ermöglicht werden, sagte Schneider und nannte als Beispiel den "Kfz-Service-Techniker".
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