"Metall-Tarif funktioniert ohne Hilfe vom Staat"
VON MAXIMILIAN PLÜCK - zuletzt aktualisiert: 06.03.2010 - 02:30Der Chef von Metall NRW, Horst-Werner Maier-Hunke, hat sich von Äußerungen des Gesamtmetall-Präsidenten Martin Kannegießer distanziert. Dieser hatte kurz nach dem erfolgreichen Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie NRW gesagt, das Ergebnis gelte nur unter Vorbehalt. Zunächst müsse die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld länger von den Sozialbeiträgen befreien. Ansonsten drohte der Gesamtmetall-Chef mit Nachverhandlungen. Dem widersprach Maier-Hunke jetzt: "Das wäre ja so, als würden zwei Menschen ein Bier trinken gehen, um dann einen dritten anzurufen, der die Rechnung zahlen soll." Die Diskussion sei nicht "ganz glücklich" verlaufen. Seinen Angaben zufolge trage der Vertrag alleine und benötige keine Gesetzesänderungen – auch wenn diese wünschenswert seien. Mit einem Seitenhieb auf die Politik fügte Maier-Hunke hinzu: "Wenn sich die Koalition in Berlin so verhalten würde, wie Arbeitgeber und Gewerkschaften bei der letzten Metall-Tarifrunde, hätten wir weniger Probleme. Man hat das Gefühl, dass bei jedem Vorschlag sofort Gegackere von allen Seiten gibt", sagte er. FDP und CSU seien gut beraten, "den Ball flach zu halten". Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse "nicht nur koordinieren, sondern Ziele vorgeben".
Merkel traft sich gestern mit Wirtschaftsvertretern in München. Industriepräsident Hans-Peter Keitel, der der Bundesregierung zuvor "Orientierungslosigkeit" und das Verschleppen von Problemen vorgeworfen hatte, warnte nach dem Spitzengespräch: "Die Krise ist eben nicht vorbei. Das macht Griechenland deutlich." Die Regierung müsse den Aufschwung unterstützen und Wachstumshemmnisse beseitigen, forderten die Wirtschaftsverbände in einer gemeinsamen Erklärung. Merkel sagte, sie verstehe diese Kritik als "Ansporn".
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