Krisensitzung bei der RAG-Stiftung
zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 02:30Nächsten Montag kommt das Kuratorium der RAG-Stiftung zu einer Sondersitzung zusammen, um Vorwürfe von Geheimverträgen rund um den Mischkonzern Evonik aufzuklären. Indirekt geht es dabei auch um den Kopf von Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking. Der frühere BP-Chef hat 25,1 Prozent der Evonik-Anteile an die Investorengruppe CVC verkauft, um so einen späteren Börsengang vorzubereiten. Falls sich Hinweise bestätigen, dass Bonse-Geuking CVC heimlich Sonderrechte bei Evonik einräumte, müsste er wohl zurücktreten. Allerdings hat die RAG-Stiftung zuletzt glaubhaft offengelegt, dass das Kuratorium der Stiftung beim Anteilsverkauf an CVC vor zwei Jahren korrekt informiert worden sei. Die Sondersitzung beantragt hat Michael Vassiliadis, IG-BCE-Chef und vor zwei Jahren noch nicht Mitglied im Kuratorium.
Dabei ist der Streit hochpolitisch. Bonse-Geuking hat den Posten auch bekommen, weil er als CDU-Mitglied enge Beziehungen zum früheren NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers hatte. Dessen Nachfolgerin Hannelore Kraft (SPD) hat nun statt Rüttgers einender sieben Kuratoriumssitze übernommen. Sie hätte sicher nichts dagegen, wenn die Stiftung von einem SPD-Mann geführt wird. Als möglicher Kandidat gilt Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, der sich als Ex-Finanzminister der Großen Koalition weiterhin gut mit Kanzlerin Angela Merkel versteht. Der Bund ist im Kuratorium vertreten.
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