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Konsum beflügelt Wachstum

VON MICHAEL BRÖCKER UND BIRGIT MARSCHALL - zuletzt aktualisiert: 22.12.2010 - 02:30

Der private Verbrauch wird immer mehr zu einer tragenden Säule der guten Konjunktur: Die Stimmung unter den Konsumenten bleibt stabil auf hohem Niveau. Wirtschaftsforscher sagen für Deutschland viele gute Jahre voraus.

Die Verbraucher in Deutschland mausern sich zur wichtigsten Stütze der Konjunktur: Auch nach Weihnachten bleiben sie in guter Kauflaune – trotz der ab Januar zu erwartenden höheren Kosten etwa für die Krankenversicherung, Zigaretten oder Flugtickets. Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) veröffentlichte GfK-Konsumklimaindex verharrt für den Monat Januar stabil auf hohem Niveau, wie die Nürnberger Forscher gestern berichteten. Der Index sank nur marginal um 0,1 auf 5,4 Punkte gegenüber Dezember.

Wirtschaftsforschungsinstitute sagen für Deutschland ein anhaltend hohes Wirtschaftswachstum für 2011 und auch für die Jahre danach voraus – vor allem wegen einer dauerhaft kräftigen Konsumnachfrage. Anders als in früheren Konjunkturzyklen werde der private Konsum diesmal nicht so rasch einbrechen, glauben etwa die Ökonomen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) oder von Kiel Economics, einem privaten Thinktank. Die Aussicht auf mehr Jobsicherheit und höhere Löhne 2011 und auch danach werde die Verbraucher animieren, in den kommenden Monaten und Jahren weniger zu sparen und mehr für Anschaffungen auszugeben.

Einen Vorgeschmack darauf liefert das gute Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr. Die Umsätze des Einzelhandels dürften gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent steigen, sagen die GfK und der Einzelhandelsverband HDE voraus. Dies wäre der stärkste Anstieg seit fünf Jahren.

Für 2011 prognostizieren die Institute ein Wachstum von deutlich über zwei Prozent – nach 3,7 Prozent Zuwachs im laufenden Jahr. Der Beschäftigungsstand bleibe hoch, schon jetzt erreicht er mit über 40 Millionen Nachkriegsrekord. Für qualifizierte Arbeitnehmer sehen die Forscher glänzende Zeiten voraus: Sogar Vollbeschäftigung sei in Deutschland bis 2014/15 wieder möglich, glauben IWH und Kiel Economics.

Das anhaltend hohe Wachstum helfe auch, das Staatsdefizit rascher als erwartet zurückzuführen. Schon bis 2014, so das IWH, könne aus dem Defizit ein leichter Überschuss von 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden.

Auch führende FDP-Politiker hielten eine Neuverschuldung von Null bis zur Mitte des Jahrzehnts für realistisch. "Eine Rückführung der Neuverschuldung auf Null ist in dem Szenario eines vorsichtigen Kaufmanns bis 2015 möglich", sagte der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke unserer Zeitung. Voraussetzung sei ein solides Wachstum, eine sinkende Arbeitslosigkeit und eine Stabilisierung des Euro. Haushaltskonsolidierung müsse Vorrang vor Steuersenkungen haben. "Solide Finanzen haben für mich Priorität. Erst wenn das Sparpaket in vollem Umfang erhalten bleibt und die Politik Anreize für Arbeit setzt, kann das Ziel einer Entlastung der unteren und mittleren Einkommen über die beschlossene Vereinfachung hinaus erreicht werden", sagte Fricke.

Sein Kollege Volker Wissing (FDP), Chef des Finanzausschusses im Bundestag, ging noch weiter: "Wir sind auf sehr gutem Weg, aus dem Schuldenstaat herauszukommen. Bis 2014 könnten wir einen ausgeglichenen Bundeshaushalt hinbekommen", sagte Wissing.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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