Düsseldorf: IKB: Über 300 Millionen Verlust
zuletzt aktualisiert: 29.11.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). Mehr als vier Jahre nach ihrem Beinahe-Zusammenbruch kämpft die Mittelstandsbank IKB immer noch mit den Folgen der Finanzkrise. Für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2011/2012, das am 30. April endet, meldete die Bank einen Verlust von rund 312 Millionen Euro. Damit hat sich das Minus gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel erhöht, und die Bank scheint weiter denn je davon entfernt, profitabel arbeiten zu können. "Der Vorstand der IKB hält an dem Ziel fest, mittelfristig operativ Gewinne zu erzielen. Die aktuelle Staatsschuldenkrise im Euro-Raum überschattet gegenwärtig alles und wird diese Zielerreichung zeitlich verzögern", teilte die IKB mit.
Maßgeblich verantwortlich dafür, dass die Verluste gewachsen sind, macht das Unternehmen "im Wesentlichen die Verschärfung der Finanzkrise". Die habe dazu geführt, dass sich die Risikoprämien für mittlerweile fast alle staatlichen Schuldner aus dem Euro-Raum erhöht haben.
Die IKB ist von ihrem Eigentümer, dem US-Finanzinvestor Lone Star, vor geraumer Zeit auf die Verkaufsliste gesetzt worden. Doch der zuletzt einzig nennenswerte Interessent, die französische BNP Paribas, ist offenbar auch nicht mehr zum Einstieg bereit. Anfang November hatte Konzernchef Baudouin Prot verkündet, die BNP habe das Interesse an der Düsseldorfer Mittelstandsbank verloren. Die Franzosen hatten zuvor mit Lone Star exklusiv über einen möglichen Verkauf verhandelt. Aber die Großbank aus dem Nachbarland hatte selbst große Probleme in der Finanzkrise und meldete zuletzt einen Gewinneinbruch um rund 72 Prozent. Das Unternehmen, das nach Einlagen und Börsenwert zu Europas Spitze zählt, wurde als eine der 29 systemrelevanten Banken eingestuft, an die die europäische Bankenaufsicht erhöhte Eigenkapitalanforderungen stellt.
Was Lone Star jetzt machen will, ist völlig offen. Die IKB selbst äußerst sich dazu nicht im Detail. "Ein möglicher Verkauf . . . kann die weitere geschäftliche Entwicklung des Unternehmens positiv beeinflussen. Der Vorstand der IKB bleibt daher weiterhin offen für die Unterstützung des Vorhabens", heißt es.
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