Hypo Real Estate braucht noch mehr Staatshilfe
zuletzt aktualisiert: 08.08.2009 - 02:30München. Nach einem erneuten Milliardenverlust wird die Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) noch lange am Tropf des Staates hängen. "Der Konzern braucht für den Fortbestand weitere Kapitalunterstützung in erheblichem Umfang", erklärte Vorstandschef Axel Wieandt gestern. Er rechne mit "hohen zukünftigen Ergebnisbelastungen, die zu einer anhaltenden Verlustsituation führen werden". Damit rückt der für frühestens 2011 angepeilte Sprung in die schwarzen Zahlen in die Ferne. "Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass wir vor 2012 wieder in die Gewinnzone zurückkehren können", räumte der von der Deutschen Bank gekommene Manager ein.
Der auf dem Aktionärstreffen nächste Woche ausscheidende Aufsichtsratschef Michael Endres hatte vor kurzem gesagt, dass die HRE schlimmstenfalls mehr als zehn Milliarden Euro frisches Kapital benötigen könnte. Drei Milliarden waren bereits bei der Verstaatlichung vor zwei Monaten geflossen. Dem Bund gehören derzeit 90 Prozent der HRE-Aktien.
Nachdem sich die Situation beim Problemkind Depfa mit Hilfe von Milliarden-Garantien stabilisiert hat, bereitet der HRE nun die Talfahrt einiger Immobilienmärkte Probleme. Allein die Risikovorsorge für Immobilienkredite musste im zweiten Quartal um 881 Millionen Euro aufgestockt werden, nachdem es im Vorquartal 196 Millionen Euro waren. In der ersten Jahreshälfte fiel ein Verlust von 1,13 Milliarden Euro an, davon 750 Millionen Euro im Zeitraum von April bis Ende Juni. Die Kernkapitalquote – ein wichtiger Maßstab für die finanzielle Stärke einer Bank – lag Ende Juni dank der staatlichen Hilfe bei 6,9 Prozent. Ende 2008 waren es noch 3,4 Prozent. Fehlspekulationen der irischen Tochter Depfa hatten die Immobilienbank im Herbst an den Rand des Ruins gebracht.
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