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Paris: Haarrisse: Alle A380 zum Check

zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 - 02:30

Paris (RP). Risse an den Tragflächen mehrerer Airbusse A380 kommen den Flugzeughersteller teuer zu stehen: Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ordnete gestern eine Sicherheitsüberprüfung für alle bislang in Dienst gestellten Riesenflieger an. Eigentlich sollten nur die 20 Maschinen zur Zwangskontrolle, die höheren Belastungen ausgesetzt waren und schon mindestens 1300 Flüge absolviert hatten. Die übrigen der derzeit 68 eingesetzten A380 waren ausgenommen. Sie müssen nun auch kontrolliert werden.

Airbus betonte erneut, dass die Risse keine Sicherheitsgefahr darstellten. Es gebe keinerlei Absturzgefahr. Für die europäische Luftfahrtindustrie ist die Inspektions-Aktion trotzdem eine Niederlage: Immerhin ist der A380 ihre wichtigste Neuentwicklung seit Jahren und soll Airbus weitere Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich bringen.

Dass die Sicherheitsüberprüfung ausgeweitet werden würde, sei erwartet worden, betont Airbus. Dies stehe nicht in Zusammenhang mit den gestern bekanntgewordenen Haarrissen an einer Qantas-Maschine. Airbus wollte sich gestern nicht zu den Kosten der Reparaturarbeiten äußern. Sie werden von dem Hersteller komplett übernommen. Für Check und Reparatur müssen die Airlines laut Singapore Airlines zwei bis drei Tage einrechnen. Hintergrund der EASA-Anordnung ist der Fund von Rissen in mehreren A 380. "Wenn der Mangel nicht entdeckt und behoben wird, kann er möglicherweise die Stabilität des Flugzeugs beeinträchtigen", hatte die Aufsichtsbehörde im Januar mitgeteilt.

Eine Reparaturlösung sei bereits gefunden, sagt Airbus. Für Schlagzeilen hatten die Probleme vor allem gesorgt, weil die ersten Risse an der Maschine entdeckt wurden, die im November 2010 einen schweren Triebwerkschaden hatte. Zunächst war deswegen von einem Zusammenhang ausgegangen worden.

Beim Qantas-Flug QF32 war kurz nach dem Start in Singapur in einem Triebwerk Öl ausgelaufen und in Brand geraten. Teile stürzten zu Boden. Die Piloten schafften eine Notlandung, die 469 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon.

Die nun in einer A 380 der australischen Fluggesellschaft Qantas entdeckten Risse, die gestern bekannt wurden, haben nach Angaben der EASA nichts mit der erweiterten Kontrollanordnung zu tun. Bei diesen Fehlern handele es sich um unkritische Haarrisse, ergänzte ein Airbussprecher. Qantas will die Fehler dennoch sofort reparieren lassen und die Maschine bis zum Abschluss der Arbeiten am Boden lassen. Auch die Fluggesellschaft hatte betont, es handele sich nicht um dieselbe Art von Rissen, die zuvor auf A380-Tragflächen entdeckt worden waren.

Quelle: RP


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