Günstige Mietautos im Urlaub
VON CHRISTIN NÜNEMANN - zuletzt aktualisiert: 26.06.2010 - 02:30Mallorca-Urlauber zahlen in diesem Jahr 28 Prozent mehr für ihren Leihwagen. Kurz vor Ferienbeginn steigen die Preise in den Urlaubsregionen noch einmal an. Mieter sollten auch auf den richtigen Versicherungsschutz achten.
In knapp drei Wochen beginnen in NRW die Sommerferien. Wer für seinen Urlaub auf Mallorca, Korsika oder Sardinien noch einen Mietwagen buchen möchte, sollte sich sputen. Denn einige Wochen vor Beginn der schulfreien Zeit steigen die Preise.
"Das Angebot wird kurz vor der Hochsaison knapp, deshalb werden Mietwagen teurer", sagt Frieder Bechtel vom Internet-Mietwagen-Anbieter billiger-mietwagen.de. Eine Analyse des Portals ergab, dass die Preiskurve für Leihautos beispielsweise auf Sardinien im vergangenen Jahr fünf Wochen vor Ferienbeginn kräftig nach oben ging. Bereits zweieinhalb Wochen zuvor waren die Preise auch auf Mallorca explodiert. Die maximale Steigerung lag hier bei 163 Prozent.
Für dieses Jahr erwartet Bechtel keine so starken Preissteigerungen. "Auf Mallorca gab es im letzten Jahr extreme Dumpingpreise, die die Nachfrage trieben und die Preise dann explodieren ließen", sagt er. Daraus hätten die Anbieter gelernt und die Preise für 2010 auf ein normales Niveau gehoben. So kostet ein Mietwagen für die spanische Insel in diesem Jahr "nur" 28 Prozent mehr als 2009. "Das soll einen kurzfristigen extremen Anstieg verhindern", so Bechtel. Trotzdem gelte generell: Wer früh bucht, zahlt weniger. Bechtel empfiehlt deswegen, selbst dann einen Mietwagen zu buchen, wenn der Urlaub noch gar nicht genau feststeht. Klappt es mit den freien Tagen dann nicht, kann die Buchung bei manchen Anbietern kostenfrei storniert werden. Auch der ADAC rät zu frühzeitigen Buchungen. Spontan am Ferienort zu buchen, sei nur selten günstiger.
Während Mallorca-Urlauber in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen, zahlen Reisende auf Korsika und Sardinen etwa genauso viel wie 2009. Auf Kreta sind die Preise für Leihwagen hingegen um sechs, in der Türkei um acht Prozent gestiegen. "Die Preissteigerung in Griechenland hängt auch mit den Zahlungsschwierigkeiten des Landes zusammen", sagt Bechtel. "Autovermieter müssen mehr für ihre Kredite zahlen und geben dies an ihre Kunden weiter." In den USA müssen Urlauber sogar 20 Prozent mehr auf den Tisch legen. "Das liegt auch am gesunkenen Euro-Kurs", sagt Bechtel. Neben der Kostenersparnis haben Frühbucher noch weitere Vorteile. "Wer seinen Wagen von zu Hause aus bucht, geht möglichen Engpässen am Urlaubsort aus dem Weg und kann Vertragsfragen auf deutsch regeln", sagt eine ADAC-Sprecherin. Vor Ort sei dies schwieriger, weil man häufig nur einen Vertrag in der jeweiligen Landessprache bekomme.
Wichtig ist zudem der richtige Versicherungsschutz. Eine Vollkaskoversicherung ist ein Muss, idealerweise ohne Selbstbeteiligung. Allerdings ist der Mieter häufig nur entsprechend den Vorschriften des Urlaubslandes für die Kfz-Haftpflicht abgesichert. "Diese entspricht aber nicht immer den deutschen Standards", warnt Martin Weirich vom Düsseldorfer Versicherungskonzern Ergo. Die Gefahr: Wenn bei einem Unfall der Schaden die vereinbarte Deckungssumme übersteigt, muss der Urlauber die Differenz selbst zahlen. Deshalb sollten Mieter prüfen, ob die Kfz-Haftpflicht einen erweiterten Versicherungsschutz enthält. Falls nicht, kann in Deutschland eine "Mallorca-Police" abgeschlossen werden. Damit gilt der deutsche Haftpflichtschutz in ganz Europa.
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