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Düsseldorf: Goldpreis – stärkster Absturz seit 30 Jahren

VON CHRISTIN NÜNEMANN - zuletzt aktualisiert: 27.09.2011 - 02:30

Düsseldorf (RP). Der Goldrausch der Anleger ist vorerst beendet. Der Preis für das Edelmetall fiel gestern zeitweise unter die Marke von 1600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). In den vergangenen drei Handelstagen sackte der Goldwert insgesamt um 14 Prozent ab – das ist der größte Preisverfall seit rund 30 Jahren. Experten rechnen aber damit, dass es schon bald wieder bergauf geht.

"Die Anleger haben zurzeit nur noch einen Wunsch: Liquidität", sagt Eugen Weinberg, Leiter der Rohstoff-Analyse der Commerzbank, "sie wollen das Risiko absolut meiden und ihr Geld einfach in den Händen halten." Nach dem Motto "Cash ist King" (Bargeld ist König) fliehen deshalb viele Anleger aus Rohstoffen, weil sie stark konjunkturabhängig sind, und halten lieber Bargeld in ihrem Depot – etwa Dollar. "Mittelfristig gibt es einen negativen Zusammenhang zwischen Goldpreis und Dollar", sagt Stephan Werner, Rohstoff-Fonds-Manager bei DWS Investments. "Wenn der Dollarkurs steigt, lässt der Goldpreis nach." Das ist nun wieder der Fall: Zurzeit zeigt der Dollar Stärke, der Goldpreis sinkt. In der Finanzkrise 2008/2009 ließ sich das gleiche Phänomen beobachten. "Auf dem Höhepunkt der Unsicherheit, kurz nach der Lehman-Brothers-Pleite, stieg die Nachfrage nach US-Dollar enorm an", so Werner.

Anfang September hatte der Goldpreis noch an der 2000-Dollar-Marke gekratzt – das ist auch künftig möglich. "Der Goldpreis wird noch einige Zeit unter Druck bleiben, aber langfristig wieder steigen", sagt Experte Weinberg. Die Commerzbank rechnet mit einem Goldpreis von 1800 Dollar am Jahresende, im Jahr 2012 soll er bei 1900 Dollar stehen.

Anleger sollten deshalb nicht aus dem Edelmetall flüchten. "Gold ist weiterhin gut geeignet, um durch die Krise zu kommen", sagt Weinberg, "allerdings kann es kurzfristig immer zu starken Schwankungen kommen." Da Gold aber grundsätzlich als langfristiges Aufbewahrungsmittel diene, sollten sich Anleger davon nicht abschrecken lassen. Allerdings sollten Investoren ihre Risiken stets auf mehrere Anlageklassen verteilen. "Angesichts der vielen Unsicherheiten ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Anleger ihrem Depot etwas Gold beimischen", sagt Dora Borbely, Volkswirtin bei der DekaBank, "grundsätzlich sollte das Portfolio aber breit gestreut sein. So ist man für alle Eventualitäten gewappnet."

Quelle: RP


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