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Bochum: General Motors flirtet mit Peugeot – Opel alarmiert

zuletzt aktualisiert: 23.02.2012 - 02:30

Bochum (RP). Die soeben mit Staatshilfe vor der Pleite gerettete Opel-Mutter General Motors (GM) und der angeschlagene Wettbewerber PSA Peugeot Citroen suchen ihr Heil offenbar in einer umfassenden Zusammenarbeit. Ziel sei, durch gemeinsame Modell-Plattformen und Größenvorteile die Herstellungskosten zu drücken und so die Verluste im Europa-Geschäft zu verringern, berichtete gestern die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Insider. Kern der Allianz könnte demnach eine Zusammenarbeit von Opel und Peugeot werden.

Das Europa-Geschäft von GM besteht im Wesentlichen aus Opel. Am vergangenen Freitag musste GM für diesen Geschäftsbereich einen Vorsteuerverlust von 575 Millionen Euro einräumen und deutete neue Einschnitte bei Opel an. In der Rüsselsheimer Konzernzentrale ist man deshalb über den Flirt von GM mit Peugeot gar nicht erfreut: "Solche Kooperationen führen in der Automobilwirtschaft in aller Regel zu Stellenstreichungen", hieß es gestern in Rüsselsheim. Offiziell äußern wollte man sich natürlich nicht. Aus dem Bochumer Opel-Werk, über dessen Schließung seit Freitag wieder heftig spekuliert wird, war gestern gar keine Stimme zu hören.

Die Werke bei Opel sind Schätzungen zufolge aktuell nicht einmal zu 80 Prozent ausgelastet. Für eine profitable Produktion gilt in der Branche eine Auslastung von 90 Prozent als Minimum. Da fast alle Beobachter in diesem und im kommenden Jahr mit Einbrüchen bei der Automobilbranche rechnen, dürfte sich die Situation für Opel eher noch verschlechtern. In solchen Zeiten sind Kooperationen immer willkommen: Die Partner können sich die Arbeit teilen, brauchen dann weniger Personal und haben geringere Kosten. Im Fall von Opel und Peugeot warnt Metzler-Analyst Jürgen Pieper aber: "Aus zwei schwachen Unternehmen wird nicht unbedingt ein gutes." Beide Firmen kämpften in Europa mit ähnlichen Problemen und hätten sich daher nur wenig zu geben, sagt auch Erich Hauser von Credit Suisse.

Die europäischen GM-Töchter Opel und Vauxhall verkauften 2011 in Europa gerade noch gut eine Million Autos. Peugeot lieferte 3,5 Millionen Autos aus – 1,5 Prozent weniger als 2010. Zum Vergleich: VW verkaufte 2011 über acht Millionen Autos. Frankreichs Arbeitsminister Xavier Bertrand schürte das Gerücht gestern zusätzlich: PSA-Chef Philippe Varin habe ihn über Gespräche mit GM informiert, sagte er im französischen Radio.

Quelle: RP


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