Berlin: Fregatten-Deal: Paris irritiert Deutschland
zuletzt aktualisiert: 15.10.2011 - 02:30Berlin (RP). Ein bisher unbekanntes Fregatten-Geschäft zwischen Frankreich und Griechenland sorgt für Verärgerung in Deutschland.
Nach einem Bericht des griechischen Internetmagazins für Rüstungspolitik "Defencenet" bietet Frankreich dem überschuldeten Land die Herstellung von bis zu vier Fregatten für fünf Jahre kostenfrei. Erst danach soll Griechenland die Marineschiffe und die anfallenden Arbeitskosten bezahlen müssen. Damit könnte Frankreich sein Rüstungsgeschäft über die Finanzkrise retten und Athen – zwischenzeitlich gestützt mit deutschem Steuerzahlergeld – erst später zahlen.
Der deutsche Schiffsbauer Thyssen Krupp Marine Machines wittert Wettbewerbsverzerrung und hat sich in einem Schreiben an Abgeordnete des Deutschen Bundestags gewandt. Auch das Bundeswirtschaftsministerium prüft den Fall. Die deutsche Werftindustrie leidet unter Auftragsmangel.
Politiker reagieren irritiert. "Wenn das alles so zutrifft, kann es doch nicht sein, dass einerseits alte Verträge nicht erfüllt werden und man andererseits solche Danaergeschenke auf Kosten der europäischen Stabilisierungsversuche machen kann", sagte der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke. "Ein Staat, der ernsthaft spart, kann sich keine vier neuen Fregatten leisten, auch nicht geschenkt, da die erheblichen Unterhaltskosten bleiben."
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