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Exportwirtschaft feiert Erfolge

VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010 - 02:30

Um elf Prozent wächst die Zahl der Ausfuhren in diesem Jahr, schätzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Im kommenden Jahr sollen es noch einmal acht Prozent sein. Experten gehen aber nicht davon aus, dass die Exportwirtschaft ihr hohes Wachstumstempo halten kann.

Die Wirtschaft hat sich erholt, die Exportzahlen steigen und liegen sogar mehrere Prozentpunkte über dem Welthandelsniveau. Nur eines wurmt die Experten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK): Deutschland wird China als Exportweltmeister nicht wieder einholen können – zumindest nicht in den nächsten zwei Jahren. Flugs haben sie daher ausgerechnet, dass die Volksrepublik den Exportweltmeistertitel eigentlich nicht verdient hat. Denn wird bei der Betrachtung der Weltmarktanteile der EU-interne Warenhandel ausgeblendet, hat die Europäische Union 16 Prozent Weltmarktanteil – einen Prozentpunkt mehr als China.

Abseits dieser Zahlenspiele sind sich Wirtschaftsexperten einig: Es läuft gut für die deutsche Exportwirtschaft. Denn im Vergleich zum Vorjahr legten die Ausfuhren in den ersten sechs Monaten um ein Fünftel zu. Das Krisenjahr 2009 scheint überwunden – ob mit oder ohne Exportweltmeistertitel. DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke sieht den Außenhandel bereits auf das Rekordniveau zusteuern, das vor der weltweiten Finanzkrise herrschte: "Das Tal im Export wird innerhalb von drei Jahren durchschritten sein."

Das hohe Tempo, dass die deutsche Exportwirtschaft vorlegt – elf Prozent Wachstum in diesem Jahr, acht Prozent in 2011 – werde sich aber nicht halten lassen, sagt Bernd Weidensteiner, USA-Experte der Commerzbank. Schon das kommende zweite Halbjahr bringe eine Verlangsamung. Grund seien die wirtschaftlichen Probleme der Abnehmerländer. So sind beispielsweise in den USA seit Juni 131 000 Jobs weggebrochen, die Erholung der Wirtschaft stagniert. Auch in der Volksrepublik China kommt es zu einer leichten konjunkturellen Abkühlung. Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnete im dritten Quartal eine geringere Steigerung als zu Jahresbeginn. Die Schwäche der Absatzmärkte könne sich negativ auf die deutsche Exportwirtschaft auswirken, so Weidensteiner.

Auch profitierten deutsche Unternehmer bislang vom schwachen Euro – denn der ermöglicht den Exporteuren, ihre Produkte günstiger anzubieten. Jetzt zieht der Kurs wieder an. Dadurch werde der Außenhandel an Dynamik verlieren, sagt Jürgen Michels, Eurozonen-Chefvolkswirt der Citigroup.

Dennoch spricht Michels von "einer starken Zahl", insbesondere bei den deutschen Exporten im Juni, die um 28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen waren. Auch bei den Importen verbuchte die Wirtschaft ein sattes Plus: Laut Statistischem Bundesamt wurde bei den Einfuhren seit Beginn der Erhebung der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950 noch kein höherer Wert als im Juni 2010 nachgewiesen. Waren im Wert von 72,4 Milliarden Euro wurden eingeführt – eine Steigerung um 31,7 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat.

Der DIHK geht davon aus, dass 2010 die meisten Waren aus China kommen werden. Denn längst produzieren die Unternehmer der Volksrepublik nicht nur mehr Textilien oder Spielwaren, sondern auch technisch hochwertige Produkte – die in Deutschland großen Absatz finden.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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