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Grevenbroich: EU will Solartechnik in Afrika für Strom nutzen

zuletzt aktualisiert: 21.05.2011 - 02:30

Grevenbroich (RP). EU-Energiekommissar Günther Oettinger geht davon aus, dass der deutsche Ausstieg aus der Atomenergie "in zehn bis zwölf Jahren abgeschlossen sein wird". Das sagte Oettinger gestern bei einem Besuch des Braunkohle- tagebaus Garzweiler, den der EU-Kommissar überraschend für seine erste energiepolitische Grundsatzrede in Deutschland nach der Atomkatastrophe von Fukushima nutzte. Neben einer besseren Abstimmung der deutschen Energiepolitik mit Europa forderte Oettinger auch eine "paneuropäische Energiegemeinschaft", in die neben den Mitgliedsstaaten der EU auch Länder wie Marokko, Ägypten, Moldawien und die Türkei aufgenommen werden sollten.

Er schlug ein "paneuropäisches Energienetz" vor, um Nordafrika und Europa miteinander zu verbinden. Während in Deutschland an manchen Solarstandorten nur 800 Sonnenstunden pro Jahr verwertbar seien, betrage der Wert in manchen nordafrikanischen Gegenden gut das Zehnfache. Ein ähnlicher Befund bei der Windkraft: In Süddeutschland können im Schnitt 1800 Windstunden pro Jahr von den massiv geförderten Windrädern zu Strom "vermahlen" werden, vor der Küste Englands aber 5000. Damit diese Strommengen aber in die Industrieregionen wie NRW kommen könnten, sei ein gemeinsamer Kraftakt nötig.

Der EU-Kommissar warnte vor den erhöhten Kosten, mit denen energieintensive Unternehmen wie ThyssenKrupp oder die Aluminiumindustrie in Deutschland durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien belastet werden. Er plädierte für staatliche Maßnahmen zum Erhalt wettbewerbsfähiger Industriestrompreise.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, auf dessen Einladung Oettingers Besuch in Grevenbroich erfolgt war, merkte zum Atomausstieg an: "Bei der Frage nach dem Datum liegen zwischen Greenpeace und der deutschen Atomwirtschaft nur noch sieben Jahre."

Quelle: RP


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