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Forderung von Linkenchef Klaus Ernst: Deutschland soll mehr Güter importieren

zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 02:30

Berlin (RP). Nach der kräftigen Lohnforderung in der Metallindustrie verlangen die Gewerkschaften auch im öffentlichen Dienst einen deutlichen Aufschlag. Verdi und der Beamtenbund fordern für die zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Lohn.

"Nachdem Milliardenbeträge zur Stützung der Banken ausgegeben wurden, sind die nächsten Milliarden für uns", sagte gestern Verdi-Chef Frank Bsirske. Danach sollen die unteren Einkommen um mindestens 200 Euro im Jahr steigen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich warnte vor weiterem Stellenabbau, falls die Gewerkschaften trotz Konjunkturflaute und dem Zwang zum Schuldenabbau auf ihrer Forderung beharrten. Auch der Deutsche Städtetag lehnte die Lohnforderung ab.

SPD-Chef Sigmar Gabriel unterstützte dagegen die Gewerkschaften. "2012 muss das Jahr der fairen Löhne werden. Deshalb ist es richtig, dass IG Metall und Verdi jetzt Lohnzuwächse einfordern", sagte Gabriel. Die Arbeitnehmer hätten in den letzten Jahren Verzicht geübt.

"Jetzt müssen sie auch am Aufschwung fair beteiligt werden." Höhere Löhne im öffentlichen Dienst seien angemessen. "Verantwortlich für die desolate Finanzlage der Kommunen sind nicht die Mitarbeiter bei der Müllabfuhr oder im Einwohnermeldeamt."

Linken-Chef Klaus Ernst sieht höhere Löhne als Hilfe in der Euro-Krise. "Ein Währungsraum kann nicht funktionieren, wenn ein Land ständig die Nachbarn mit den eigenen Gütern überschwemmt, ohne auch etwas abzukaufen", sagte Ernst.

Für die Beschäftigten der Länder wird nicht verhandelt. Ihr Tarifvertrag läuft noch bis Ende 2012. Sie hatten zuletzt 1,9 Prozent mehr Lohn erhalten.

Quelle: RP/csi


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