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Das Vorbild für Street View

VON CHRISTIN NÜNEMANN - zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 02:30

Die Aufregung um Google Street View findet kein Ende. Viele Hausbesitzer und Mieter wehren sich gegen das Vorhaben des Internetriesen, Panoramafotos von 20 deutschen Städten ins Internet zu stellen. Sie fordern Google auf, ihr Haus unkenntlich zu machen. Dabei ist ihr Heim möglicherweise schon längst im Internet zu sehen.

Auf sightwalk.de kann man bereits seit April 2009 virtuell durch sieben deutsche Städte schlendern, darunter Düsseldorf, Köln und Bonn. Allerdings steht zumeist nur der Innenstadtbereich für den Spaziergang zur Verfügung. "Wir beschränken uns auf kommerzielle und touristische Inhalte", sagt Henrik Wild, Geschäftsführer von Sightwalk. Deshalb habe man an der Abbildung von Wohngebieten kein Interesse. Bei Sightwalk gehe es nicht um die bloße Abbildung von Städten, sondern vielmehr um die Verbindung von virtueller und echter Realität."

Wilds Ziel ist es, die bereits bestehenden Möglichkeiten des Internets nahtlos miteinander verzahnen. So sind beispielsweise das Düsseldorfer Schloss und der Kölner Dom mit Wikipedia-Links ausgestattet – mit einem Klick kann der Nutzer mehr über die Sehenswürdigkeiten erfahren. Kommt er auf seinem Spaziergang an einem Geschäft vorbei, kann er eintreten und im entsprechenden Online-Shop einkaufen. Auch Hotelbuchungen sind durch einen Klick auf das entsprechende Gebäude möglich.

Panoramafotos und Links gibt es auf e-rent.de nicht. Wenn man hier auf eine Straße im Stadtplan klickt, öffnet sich ein Video, das eine Autofahrt durch eine Straße zeigt. Wer eine Wohnung sucht oder ein Haus kaufen möchte, kann sich so vor der Besichtigung die Umgebung der Immobilie anschauen. Genau das war auch die Idee hinter dem Videostadtplan von E-Rent, der im Oktober 2008 online ging und für Düsseldorf, Köln und Bonn verfügbar ist. "Wir wollen Wohnumgebungen illustrieren", sagt Hans-Peter Forkel, Geschäftsführer von E-Rent Immobilien. Dabei sei eine Verortung bestimmter Häuser nicht möglich, weil die Hausnummern nicht erkennbar seien.

Einen Aufschrei wie bei Google Street View gab es bei dem Start von sightwalk.de und e-rent.de nicht. "Als kleine Firma steht man eben nicht so im Fokus", sagt Wild. Probleme mit Datenschützern gab es kaum. "Die größte Gefahr ist nicht die Abbildung der Hausansichten", sagt Forkel. "Sondern die Verknüpfung der Häuser mit persönlichen Daten." Das sei auf e-rent.de wegen fehlender Hausnummern aber nicht möglich.

Internet: Die Top-Infos zu Street View unter www.rp-online.de/digitale

Quelle: Rheinische Post

 
 
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