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Brüssel: Banken und Politiker wollen Athen Schulden erlassen

VON ANJA INGENRIETH / BIRGIT MARSCHALL - zuletzt aktualisiert: 13.07.2011 - 02:30

Brüssel (RP). Deutsche Banken und Politiker drängen auf einen radikalen Schuldenschnitt in Griechenland. "Griechenland braucht eine Umschuldung bis zur teilweisen Entschuldung", schrieb Commerzbank-Chef Martin Blessing in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Kein demokratisch durchsetzbares Sparpaket wird es dem Land ermöglichen, in absehbarer Zeit an den Kapitalmarkt zurückzukehren und seine Schulden mit Zinsen zurückzuzahlen", so Blessing. Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle bekräftigte seine Forderung nach einem Schuldenerlass.

Die Commerzbank ist einer der größten deutschen Gläubiger Athens. Sie müsste bei einem Schuldenschnitt auf Forderungen verzichten, die in die Milliardenhöhe gehen. Doch auch bei Politikern reift die Einsicht, dass Griechenland ohne einen Schuldenerlass die Krise nicht überwinden wird.

"Um die Schuldentragfähigkeit Griechenlands zu erhöhen, kann eine Umschuldung Griechenlands zu einem Zeitpunkt X anstehen", sagte Brüderle unserer Zeitung. Auch die Chefin des Bundestags-Finanzausschusses, Birgit Reinemund (FDP), erklärte: "Wir werden um eine Umschuldung nicht herumkommen." Entscheidend seien aber Art und Umfang des Schritts.

"Griechenland muss seine Schuldentragfähigkeit verbessern und das muss schnell geschehen", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Brüssel. Ein weiteres Hilfspaket von bis zu 120 Milliarden Euro solle bis zur zweiten Augusthälfte stehen. Schäuble machte dafür eine "hinreichende" Beteiligung des Privatsektors zur Bedingung. Offenbar wollen die Euro-Staaten notfalls einen befristeten selektiven Zahlungsausfall in Kauf nehmen, den die Rating-Agenturen für diesen Fall angekündigt haben. "Das wird nicht länger ausgeschlossen", so der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager.

Quelle: RP


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