Stockholm: Autobauer Saab meldet Insolvenz an
VON ANDRÉ ANWAR - zuletzt aktualisiert: 20.12.2011 - 02:30Stockholm (RP). Nach langem Überlebenskampf hat der schwedische Autobauer Saab aufgegeben. Das Unternehmen meldete beim Amtsgericht Insolvenz an. Nach Berechnungen der schwedischen Zeitung "Dagens Industri" hat das Unternehmen Schulden in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro. Saab kann seinen 3500 Beschäftigten im Stammwerk die seit Ende November fälligen Löhne und Gehälter nicht zahlen. Der Autobauer gehörte bis Anfang des vergangenen Jahres zur Gruppe der amerikanischen General Motors und wurde dann vom niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars übernommen. Saab-Chef Victor Muller erklärte gestern, General Motors habe sich einer Lösung komplett verweigert. Der Holländer zeigte sich sichtlich niedergeschmettert. "Ich bin verzweifelt und außer mir vor Wut", sagte Muller.
Dabei schien vor einigen Wochen die Rettung für Saab durch die chinesischen Investoren Pang Da und Youngman noch möglich. Doch dagegen legte General Motors Widerspruch ein. Eigentlich hatten die Amerikaner Saab vor zwei Jahren nicht verkaufen, sondern stilllegen wollen. Als schwedische und später holländische Investoren ins Spiel kamen, gewährte Detroit mit viel Schützenhilfe der schwedischen Regierung dann doch den Verkauf, behielt aber sämtliche Patentrechte der Saab Modelle. Die will General Motors nun nicht nach China geben – mit der Folge, dass sich Youngman bei Saab zurückzog.
Nun müssen die Überreste verkauft werden, damit so viele Gläubiger wie möglich Geld bekommen. Viele Saab-Lieferanten haben noch offene Rechnungen aus dem vergangenen Jahr. Die Belegschaft des Autobauers darf für Weihnachten und die folgenden drei Monate auf Steuergelder hoffen – und darauf, dass sie im nahen Göteborg Arbeit findet, wo Volvo Neueinstellungen plant. Zumindest also ein bisschen Licht am Horizont.
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