Berlin: Wulff leaste angeblich Skoda zu VW-Firmenkonditionen
zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 02:30Berlin (RP). Bundespräsident Christian Wulff hat als niedersächsischer Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat vergünstigte Leasingraten für ein Auto der VW-Tochter Skoda erhalten, sieht darin aber keinen Rechtsverstoß. "Eine Belohnung oder ein Geschenk mit Amtsbezug liegt nicht vor", erklärte Wulffs Anwalt Gernot Lehr. "Die Regelungen des Ministergesetzes wurden eingehalten, ein Verstoß ist nicht erkennbar." Das Magazin "Spiegel" berichtete, Wulff habe 2010 als damaliger VW-Aufsichtsrat einen Skoda-Geländewagen zu vergünstigten Aufsichtsratskonditionen geleast. Als monatliche Leasinggebühr habe er ein Prozent statt der üblichen 1,5 Prozent gezahlt. Da das Land Niedersachsen Miteigentümer von Volkswagen ist, saß Wulff damals als Ministerpräsident im VW-Aufsichtsrat. Das Ministergesetz verbietet ihm die Annahme von "Belohnungen und Geschenke in Bezug auf sein Amt".
Außerdem berichtet der "Spiegel", dass Wulff früher als angenommen von den später gescheiterten Plänen Porsches zur Übernahme von VW gewusst habe. Dennoch habe er weder den VW-Aufsichtsrat noch die Öffentlichkeit informiert. Viele Anleger hatten auf sinkende VW-Kurse gesetzt und Milliarden verloren, als Porsche die Übernahmepläne veröffentlichte.
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