Wahl: Endspurt mit TV-Duell Rüttgers–Kraft
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 26.04.2010 - 02:30Düsseldorf/Köln Der 60-minütige TV-Zweikampf zwischen Jürgen Rüttgers (CDU) und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft heute Abend wird live vom WDR-Fernsehen aus der Kölner Vulkanhalle übertragen. Da angeblich viele der 13,5 Millionen Wahlberechtigten noch unentschieden sind, wem sie am 9. Mai ihre Stimme geben sollen, wird dem ersten und in dieser Form einzigen TV-Duell im Landtagswahlkampf überragende Bedeutung beigemessen. Laut WDR sollen bei den Fragen, die von den Moderatoren Gabi Ludwig und Jörg Schönenborn an die beiden Spitzenpolitiker gerichtet werden, die Themen Arbeitsplätze, Wirtschaftspolitik und Bildung im Mittelpunkt stehen.
Am Mittwoch überträgt der WDR eine weitere Runde zur Landtagswahl, an der dann neben Kraft und Rüttgers auch die Spitzenkandidaten Andreas Pinkwart (FDP), Sylvia Löhrmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Bärbel Beuermann (Linkspartei) teilnehmen. Die Sendung, die um 20.15 Uhr beginnt, wird bis 21.45 Uhr dauern.
Noch immer ist offen, wie die neue Landesregierung nach der Wahl vom 9. Mai aussehen könnte. Nach der jüngsten Umfrage von Emnid, die am Wochenende vom "Focus" veröffentlicht wurde, gibt es weder für Schwarz-Gelb noch für Rot-Grün eine Mehrheit. Die CDU käme auf 38 Prozent, die FDP liegt bei acht Prozent. Für die SPD würden laut Umfrage 34 Prozent votieren und für die Grünen elf Prozent. Die beiden Blöcke sind demnach annähernd gleich stark oder auch gleich schwach: CDU und FDP kämen zusammen auf 46, SPD und Grüne auf 45 Prozent.
Zünglein an der Waage könnte die Linkspartei werden, die laut Emnid bei sechs Prozent liegt. Für ein rot-rot-grünes Bündnis würde es demnach reichen. Allerdings hat Hannelore Kraft am Wochenende erneut betont, dass die Linke nicht regierungsfähig sei: "Ihr Programm ist wirklichkeitsfern." Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, warf Kraft einen "Anti-Linke-Wahlkampf" vor, mit dem sie Rüttgers Schützenhilfe leiste. Kraft nehme in Kauf, dass sich Rüttgers "am Ende doch noch eine Parlamentsmehrheit erschleicht".
Allerdings liegt nach der jüngsten Umfrage eine große Koalition von CDU und SPD ebenso im Bereich des rechnerisch Möglichen wie ein schwarz-grünes Regierungsbündnis oder eine "Ampel" aus SPD, FDP und Grünen. Auch deshalb richten sich heute Abend alle Blicke darauf, wie sich die beiden Spitzenkandidaten beim TV-Duell präsentieren.
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