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Tote bei Angriff der Israelis auf Schiffskonvoi

zuletzt aktualisiert: 01.06.2010 - 02:30

Mit der blutigen Erstürmung eines für den Gaza-Streifen bestimmten Schiffskonvois hat Israel eine Welle der Empörung ausgelöst. Die sechs Schiffe wurden gestern Morgen in internationalen Gewässern im Mittelmeer von Marine-Einheiten gestürmt. Dabei kamen nach Armee-Angaben mindestens neun Menschen ums Leben; ein israelischer Sender sprach von zehn Toten und Dutzenden Verletzten. Die meisten Opfer sollen Türken sein.

An Bord befanden sich auch zehn Deutsche, darunter die Bundestagsabgeordneten der Linkspartei Inge Höger und Annette Groth sowie der frühere Parlamentarier Norman Paech. Sie seien unverletzt, teilte der Linken-Parteivorstand mit. Nach Angaben des Auswärtigen Amts vom Abend waren mindestens fünf der zehn Deutschen wohlauf.

Insgesamt waren mehr als 700 pro-palästinensische Aktivisten an Bord der Schiffe. Nach Angaben der Initiatoren sollten die Schiffe Hilfsgüter in den Gaza-Streifen bringen. Israel hat seit der Machtübernahme der islamistischen Hamas dort im Jahr 2007 eine Blockade über das Gebiet verhängt. Israel befürchtet, dass Waffen in den Gaza-Streifen geschmuggelt werden, und warf den Aktivisten vor, die Soldaten angegriffen zu haben.

Die Hamas rief die Palästinenser zum Aufstand auf. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan warf Israel "Staatsterrorismus" vor. Internationales Recht sei mit Füßen getreten worden. In der Türkei, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweden, Norwegen, Griechenland, Jordanien, Ägypten, im Libanon und im Iran protestierten Tausende gegen Israel. Menschenrechtler äußerten scharfe Kritik.

Kanzlerin Angela Merkel forderte eine schnelle und umfassende Aufklärung: "Wir sind bestürzt über den Verlust von Menschenleben." SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nannte die Aktion "völlig inakzeptabel". EU-Außenministerin Catherine Ashton äußerte ihre "tiefste Besorgnis".

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu brach einen Besuch in Kanada ab. Der UN-Sicherheitsrat kam zusammen, heute treffen sich die Nato-Botschafter zu einer Dringlichkeitssitzung.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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