Studie: NRW bei Bildung nur Drittletzter
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 20.08.2010 - 02:30Berlin/Düsseldorf In Sachen Bildung gehört NRW deutschlandweit zu den Schlusslichtern. Das ist das Ergebnis des "Bildungsmonitors", einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Die Untersuchung sieht das Bundesland auf dem drittletzten Platz. Nur Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben demnach eine schlechtere Bildungsqualität. Die beste Ausbildung erhalten Schüler und Studenten in Sachsen. Pisa-Gewinner Bayern landet auf Platz fünf.
Zu den schlechten Ergebnisse erklärte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) lediglich: "Der Bildungsmonitor bestätigt den Ansatz der Landesregierung." Denn eine Forderung der Wirtschaftsforscher ist, die Chancen des demografischen Wandels dahingehend zu nutzen, frei werdende Kapazitäten für eine bessere Bildung einzusetzen.
In NRW verringert sich die Zahl der Schüler laut Statistischem Landesamt bis 2019 um knapp 17 Prozent – dennoch soll es keine Einsparungen geben, die Lehrerzahl nicht verringert werden. "Die frei werdenden Mittel bleiben im System", betonte Löhrmann. Das war bereits der Ansatz ihrer Vorgängerin im Amt, Barbara Sommer (CDU). Auch sie setzte darauf, dass der demografische Faktor hilft, Bildungsprobleme zu lösen.
Der Bildungsmonitor zeigt jedoch, dass sich bislang wenig verbessert hat: Zu dem insgesamt drittletzten Platz tragen unter anderem die schlechten Betreuungsbedingungen bei. Zu große Klassen, zu wenig Lehrer, zu wenig Unterrichtsstunden – in der Einzelwertung ist NRW in dieser Hinsicht Schlusslicht, genauso wie schon im Jahr davor.
"Sich auf Demografiegewinne zu verlassen, reicht nicht aus", sagt Andreas Meyer-Lauber, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Der Ausbau der Ganztagsschulen fordere erheblich mehr Aufwand, genauso wie die individuelle Förderung sozial schwacher Schüler. Denn auch das zeigt die Studie: NRW hat ein Problem mit Bildungsarmut – das Land erreicht den viertletzten Platz in dieser Einzelwertung.
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