: SPD fordert Nacktscanner in Stadien

VON GIANNI COSTA UND GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010 - 02:30

Düsseldorf Vor dem Bundesligaspiel zwischen dem VfL Bochum und dem 1. FC Nürnberg am Samstag kam es im Gästeblock zu einem dramatischen Zwischenfall, als eine Rauchbombe gezündet wurde. Durch das mit Temperaturen bis zu 1000 Grad brennende Magnesium-Pulver wurden acht Fans teils schwer verletzt.

Karsten Rudolph, der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, fordert nun Konsequenzen: "Die Feuerwerkskörper blieben bei der Zugangskontrolle der Hooligans unbemerkt", kritisiert der Politiker. "Gegenstände, die geschickt am Körper getragen werden, fallen oft auch bei Leibesvisitationen nicht auf. Wenn man gefährliche Gegenstände aus den Stadien verbannen will, müssen die Veranstalter Nacktscanner zur Kontrolle der Fans einsetzen."

Ausschreitungen von Hooligans hatte es auch beim Spiel zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund gegeben. Beim Derby zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln wurden im Kölner Block bengalische Feuer gezündet. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert schärfere Zugangskontrollen für die Bundesligastadien. "Die Ordner müssen besser geschult werden", sagte GdP-Vorstand Arnold Plickert. "Man muss auch überlegen, ob technisch aufgerüstet werden sollte. Handscanner wie am Flughafen, die metallische Gegenstände aufspüren können, wären eine Maßnahme."

Ein Sprecher von NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) erklärte, die Zugangskontrollen zu den Stadien lägen in der Verantwortung der Vereine. Horst Engel, Innen-Experte der NRW-Liberalen, betonte, die Clubs müssten angesichts von Millioneneinnahmen ihrer Verantwortung für die Sicherheit der Zuschauer gerecht werden. "Es muss auch im Interesse des Deutschen Fußball-Bundes liegen, gewaltbereite Fans aus den Stadien zu verbannen", so Engel. Monika Düker, innenpolitische Sprecherin der Grünen, gab zu bedenken, Gewalt-Exzesse fänden auch nach den Spielen statt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Lohn hält den Einsatz von Nacktscannern für unverhältnismäßig: "95 Prozent der Fußball- Fans sind friedliche Zuschauer."

In Bochum will man auch nach den Vorfällen an dem bestehenden Sicherheitskonzept nichts ändern. Bei normalen Bundesligapartien werde aus finanziellen Gründen auf den Einsatz beispielsweise eines Spürhundes verzichtet, hieß es. Holger Hieronymus, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, kündigte "abschreckende Urteile im Rahmen der bestehenden Strafkataloge" an. Der Einsatz von Handscannern bei den Zugangskontrollen sei "bislang kein Thema".

Quelle: Rheinische Post


 
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