NRW-CDU: Hauptschule ist Auslaufmodell
VON DETLEV HÜWEL UND GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 12.01.2011 - 02:30Düsseldorf Der Vorstand der NRW-CDU hat gestern Abend in Düsseldorf das neue Schulkonzept beschlossen, das am 12. März vom Landesparteitag verabschiedet werden soll. Kern ist das Festhalten am gegliederten Schulsystem, das aber fortentwickelt werden müsse.
So sollen Schüler zwar wohnortnah einen Hauptschulabschluss machen können. Das könne aber auch auf einer Gesamt- oder Verbundschule geschehen. Verbundschulen sind enge Kooperationen von Haupt- und Realschulen. Die CDU will Verbundschulen jetzt auch in Städten zulassen, wobei Zweizügigkeit möglich sein soll.
Die Kommunen müssten keine Hauptschule mehr anbieten. Trotz hervorragender Arbeit seien diese für viele Eltern "nicht mehr die Schulen der Wahl", steht im CDU-Papier. In Unionskreisen heißt es, dass mit der Wahlfreiheit für den Besuch der weiterführenden Schulen die Hauptschule ab Sommer zu einem "Auslaufmodell" wird. CDU-Landeschef Norbert Röttgen sagte, seine Partei sei zur Änderung der Landesverfassung bereit, die bislang die Hauptschulen absichert. Schüler mit dem Hauptschulabschluss – egal, wo dieser erworben wurde – sollen eine Ausbildungsgarantie erhalten.
Die Gesamtschulen seien eine "Bereicherung des gegliederten Schulsystems". Allerdings müssen sie vierzügig sein. Eine Einheitsschule komme nicht infrage. Am Gymnasium und den Realschulen müsse strikt festgehalten werden, betonte Fraktionschef Karl-Josef Laumann. Neue Gymnasien könnten künftig auch zweizügig sein. An Grundschulen in Regionen, die besonders stark vom Schülerrückgang betroffen sind, sollen Klassen mit nur 15 Kindern möglich sein. Die Christdemokraten fordern ein "verpflichtendes beitragsfreies Lernjahr" vor dem ersten Grundschuljahr. Keine intakte Schule soll nach den Plänen der CDU geschlossen werden. In der Landtagsfraktion gab es gestern aber Kritik daran, dass sich die Partei nicht zu einem richtigen Zwei-Säulen-Modell habe durchringen können.
Mit ihrem Schulkonzept strecke die NRW-CDU die Hand zum Schulfrieden aus, sagte Röttgen. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) begrüßte es, dass sich die CDU bewege. Die Union habe erkannt, dass "ein striktes Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem nicht zukunftsfähig" sei. Dies lasse hoffen, dass mit der CDU ein Schulkonsens möglich sei. Grünen-Landeschef Sven Lehmann sagte: "Das neue Positionspapier zeigt, dass die Union von ihrem ideologischen Ballast abrückt. Die Türen für einen Schulkonsens in NRW sind weit geöffnet."
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