Kirchenvertreter für Rücktritt von Bischof Mixa
VON REINHOLD MICHELS - zuletzt aktualisiert: 20.04.2010 - 02:30In der katholischen Kirche Deutschlands wächst das Entsetzen über den Augsburger Bischof Walter Mixa in der "Watschn"- und Waisenhausgeld-Affäre. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, und – was die Besorgnis auch Roms unterstreicht – der Päpstliche Nuntius in Berlin, Jean-Clause Périsset, haben dem in ärgste Bedrängnis Geratenen den Ernst der Lage in Telefongesprächen klar zu machen versucht. Der für das Bistum Augsburg zuständige Metropolit, Reinhard Marx (München/Freising), suchte Mixa persönlich auf. Die Gesprächsinhalte blieben geheim.
Der Druck auf Mixa, zurückzutreten, um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden, wird täglich erhöht. Ein hoher Geistlicher sagte gestern: "Er wird doch wohl nicht warten, ob der Papst ein kirchenrechtliches Verfahren einleiten lässt." Das war eine Anspielung auf den als "verheerend" bezeichneten Verdacht, unter Mixas Verantwortung sei in den 90er Jahren Waisenhaus-Geld satzungswidrig ausgegeben worden. Selbst wenn der finanzielle Schaden ausgeglichen worden sei, sei der Vorgang ungeheuerlich; der Glaubwürdigkeitsverlust für Mixa sei nicht behebbar. Ein bayerischer Katholik seufzte: "Er will nicht weichen, aber er muss es."
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