Kirchen klagen über zu viel Fußball im Fernsehen
VON MARTIN KESSLER UND GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 - 02:30Düsseldorf. Die Kirchen im Rheinland kritisieren die neuen Anstoßzeiten in der Fußball-Bundesliga. "Es kann verheerende Folgen für das Miteinander in den Familien haben, wenn fußballbegeisterte Väter jetzt fast das komplette Wochenende vor dem Fernseher sitzen", sagte Rolf Krebs, Kirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland, im Gespräch mit unserer Zeitung. Krebs regt an, dass die Gemeinden die Fußball-Anhänger für das Problem "Bundesliga total" sensibilisieren sollten. Dies könne auch in den Predigten oder im Konfirmanden-Unterricht geschehen.
Mit der neuen Saison, die am Wochenende gestartet ist, werden samstags und sonntags zwischen 13 und 20 Uhr Spiele der ersten und zweiten Liga im Bezahl-Fernsehen nonstop gezeigt.
Heiner Koch, Weihbischof im Erzbistum Köln, schloss sich der Kritik an. "Es besteht die Gefahr, dass sich in den Familien alles nur noch um den Fußball dreht", sagte Koch unserer Zeitung. Es gelte, ein Bewusstsein für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu schaffen. Die Dauer-Übertragungen der Bundesliga-Spiele drohten, die Kommunikation in den Familien zu beeinträchtigen.
Der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer, sieht den familiären Frieden durch die neuen Spielzeiten nicht gefährdet. "Die Familien können trotz der verlagerten Fernsehübertragungen genug Zeit füreinander finden", sagte der CSU-Politiker. Zudem, so Singhammer, könne das gemeinsame Schauen eines Fußballspiels im Fernsehen "durchaus ein Gemeinschaftserlebnis vermitteln".
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