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ICE verliert Tür in voller Fahrt

zuletzt aktualisiert: 19.04.2010 - 02:30

montabaur (kpk) Der ICE 612 von München nach Dortmund ist am Samstag auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln-Frankfurt nur knapp einer Katastrophe entgangen. Eine Tür, die der entgegenkommende ICE 105 (Amsterdam-Basel) wenige Augenblicke zuvor verloren hatte, streifte den Bistrowagen des Zuges. Dabei wurden durch umherfliegende Glassplitter sechs Menschen leicht verletzt. Zwei erlitten einen Schock.

Wegen der Suche nach der Tür – sie wurde im Dickhecktunnel etwa 4,5 Kilometer vor dem Bahnhof Montabaur gefunden – und Reparatur-Arbeiten an der zerstörten Oberleitung blieb die Strecke zehn Stunden lang gesperrt. Seit Samstagabend fahren die ICE wieder die Strecken-Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h aus, allerdings nicht in den zahlreichen Tunneln, wie ein Bahnsprecher auf Nachfragen erklärte. Eine Erklärung für den bislang einzigartigen Unfall gab es zunächst nicht. Das Eisenbahnbundesamt ermittelt.

Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn zeigte sich "geschockt" von dem Vorfall. Es dränge sich die Frage auf, ob Risiko und Nutzen des Hochgeschwindigkeitsverkehrs "im ganz richtigen Verhältnis" stünden. Der Zeitgewinn, der sich zwischen Köln und Frankfurt durch Tempo 300 statt Tempo 250 erzielen lasse, liege im Minutenbereich. Da sich aber die physikalischen Kräfte im Quadrat zur Geschwindigkeit entwickelten, bedeute das um 50 km/h höhere Tempo, dass um fast 50 Prozent höhere Kräfte auf die Züge und die Strecke wirkten.

Quelle: Rheinische Post

 
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