CO-Pipeline: Trasse sackt in die Tiefe
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 20.01.2011 - 02:30Düsseldorf/Leverkusen An der Trasse der Kohlenmonoxid(CO)-Pipeline des Bayer-Konzerns sorgen kreisförmige, bis zu anderthalb Meter breite und 80 Zentimeter tiefe Erdabsenkungen in unmittelbarer Nähe der bereits verlegten Rohre für Irritationen. Spaziergänger hatten im November die Anti-Pipeline-Initiativen im Kreis Mettmann erstmals darüber informiert, dass an verschiedenen Stellen auf Erkrather und Ratinger Stadtgebiet Erdreich absacke. Auch Bayer waren nach Angaben eines Unternehmenssprechers die Erdlöcher bereits im vergangenen Jahr aufgefallen. Während der Konzern von einem "normalen Vorgang beim Pipeline-Bau" spricht, der für Statik und Sicherheit der bereits verlegten Leitungsrohre "unbedenklich" sei, drängen die Pipeline-Gegner auf eine genauere Klärung.
"Bei jeder Leitung gibt es vor ihrem Bau eine Baugrund-Erkundung. Dazu gehören unter anderem Probebohrungen. Man darf neugierig sein, ob es solche Bohrungen an den meist von porösem Karstgestein dominierten Stellen in Erkrath und Ratingen tatsächlich gegeben hat", sagt Dieter Donner, Koordinator der Pipeline-Gegner im Kreis Mettmann.
Die Düsseldorfer Bezirksregierung prüft den Vorgang derzeit. "Zusätzlich zu unseren Geologen klärt ein externes Ingenieurbüro, wie es zu den Erdrutschen kommen konnte und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind", sagte eine Sprecherin. Bayer sieht diesen Prüfungen der Aufsichtsbehörde gelassen entgegen. Die Baugrund-Erkundung sei, wie allgemein üblich, von einem Gutachter begleitet worden. Selbstverständlich habe es auch Probebohrungen gegeben. Ob dies an den aktuell betroffenen Stellen in Erkrath und Ratingen der Fall war, konnte der Sprecher allerdings nicht sagen. Einen Zusammenhang zwischen den Erdrutschen und porösem Karstgestein schloss er aber aus.
Die den Pipeline-Bau koordinierende Bayer Material Science AG (BMS) will nun möglichst rasch die Erdlöcher beseitigen. Bislang hätten Schnee und Frost entsprechende Arbeiten verhindert. Im Wesentlichen kämen zwei Maßnahmen infrage: das Nachfüllen von Erdreich und die Verlegung von entwässernden Drainagen. "Was genau zu tun ist, werden unsere Experten bald klären".
Zuversichtlich zeigt sich der Konzern mit Blick auf den seit September geltenden, von der Bezirksregierung verhängten Baustopp im südlichen Trassenabschnitt zwischen Monheim und Hilden. Damals hatte Bayer Fehler an der dem Korrosionsschutz dienenden äußeren Rohr-Isolierung entdeckt. BMS habe, so der Unternehmenssprecher, den seinerzeit von der Bezirksregierung formulierten Fragenkatalog abgearbeitet und warte nun auf eine Antwort.
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