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Bayer hat zu wenig CO für umstrittene Pipeline

VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 28.10.2010 - 02:30

Im Streit um die CO-Pipeline am Niederrhein hat der Bayer-Konzern gestern erstmals eingeräumt, schon bald zu wenig CO-Gas (Kohlenmonoxid) in Dormagen zur Verfügung zu haben. Damit wankt ein wichtiges Bayer-Argument für die Pipeline. Denn bisher begründete der Konzern die umstrittene Leitung so: "Im Chemiepark Krefeld-Uerdingen reicht die Kapazität zur Herstellung der notwendigen Kohlenmonoxidmengen aus Koks nicht mehr aus. Dagegen steht am Standort Dormagen ausreichend CO-Kapazität zur Verfügung."

Hintergrund für den CO-Mangel in Dormagen ist eine neue Großanlage zur Produktion des Schaumstoff-Rohstoffs TDI, die "nach derzeitiger Planung 2014 in Betrieb gehen" soll, wie ein Bayer-Sprecher erklärte. Mit dieser Anlage werde sich der "CO-Bedarf in Dormagen in etwa vervierfachen", sagte der Sprecher auf Anfrage weiter. Deshalb soll sogar "eine zusätzliche CO-Produktion in Dormagen aufgebaut werden". Unabhängig davon benötige Bayer aber weiterhin auch zusätzliches CO im Werk Krefeld. Eine neue CO-Produktion in Krefeld als Ersatz für die Pipeline lehnte der Sprecher ab: "Nur eine Vernetzung gewährleistet die Versorgungssicherheit der Standorte." Trotzdem diskutiert das Landesumweltministerium angesichts der neuen Lage in Dormagen jetzt intern, ob der Kompromiss zwischen Anwohnern der Pipeline und Bayer eben in einer solchen zusätzlichen CO-Produktion bestehen könnte.

Die Opposition kritisiert die öffentliche Zurückhaltung von Rot-Grün. FDP-Vize-Fraktionschef Dietmar Brockes mutmaßt, die Regierung wolle einen internen Streit geheim halten: "Das wird nicht funktionieren. Wir werden das Thema am 3. November im Wirtschaftsausschuss ansprechen."

Quelle: Rheinische Post

 
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