Autohersteller lehnen Haftung für E 10 ab
zuletzt aktualisiert: 10.03.2011 - 02:30Berlin/Düsseldorf (gmv/mar) Nach dem Benzin-Gipfel reißt die Kritik am umstrittenen Biosprit E 10 nicht ab. Der Bundesverband Verbraucherzentrale forderte eine Garantieerklärung der Autohersteller für jedes Fahrzeug. Die Autoindustrie lehnte dies ab. Die übliche zweijährige Herstellergarantie gebe es nur für Neuwagen. Informationen der Hersteller über die E 10-Verträglichkeit eines Fahrzeugs auf der Liste der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) seien aber "rechtsverbindlich".
Regierung und Industrie hatten am Dienstag beim Benzin-Gipfel beschlossen, trotz des Käuferboykotts an E 10 festzuhalten. "Autofahrer können E 10 sicher tanken, wenn ihr Fahrzeug in der DAT-Liste nicht ausdrücklich davon ausgeschlossen ist", sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie, unserer Zeitung. "99 Prozent aller deutschen Benziner-Pkw vertragen problemlos E 10." Für die Autofahrer bleibt allerdings ein Restrisiko: Nur wenn ein Halter nachweisen kann, dass das E 10 Schäden an seinem Fahrzeug verursacht hat, gehen die Hersteller auch in die Haftung.
Die Polizei in NRW erarbeitet unterdessen eine Verfügung, die Schäden an Dienstfahrzeugen durch E 10 abwenden soll. Es werde eine "Negativ-Liste" aufgestellt mit Fahrzeugen, die nicht mit dem Kraftstoff befüllt werden dürfen, so das Innenministerium. In NRW sind rund 10 500 Polizeifahrzeuge unterwegs. Einzelne Polizeibehörden, darunter die Düsseldorfer, hatten ihre Beamten angewiesen, solange nur Superbenzin zu tanken, bis eine endgültige Regelung vorliegt.
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