1,6 Millionen Nutzer von SchülerVZ ausspioniert
VON REINHARD KOWALEWSKY - zuletzt aktualisiert: 05.05.2010 - 02:301,6 Millionen Datensätze von Mitgliedern des Online-Netzwerkes SchülerVZ hat ein Computerexperte heimlich "abgegriffen", das heißt digital kopiert. Dies berichtete die Organisation Netzpolitik.org gestern. Damit hat der Experte Daten von rund einem Drittel der Mitglieder von SchülerVZ kopiert. Der neue Datenskandal schwächt die Reputation eines der bekanntesten sozialen Netzwerke Deutschlands.
Der Vorfall demonstriert, wie angreifbar diese Netzwerke weiterhin beim Thema Datenschutz sind. SchülerVZ erklärt, es seinen keine Daten illegal aus ihren Computern gestohlen worden. Es seien nur öffentlich zugängliche Daten zusammengestellt worden. Im Klartext: Mit intelligenter Software lassen sich Informationen über Millionen Teenager zusammenstellen.
Als Ergebnis, so ein Szenario, könnte ein Krimineller eine Liste 16-jähriger Mädchen an einer Schule mit Foto zusammenstellen – und diese persönlich ansprechen.
Wie solche Datenskandale künftig zu vermeiden sind, ist umstritten. SchülerVZ versucht mit einer Reihe an Sperren, das massenhafte Kopieren von Nutzerdaten zu verhindern. Diese Blockaden ließen sich beim jetzigen Skandal aber durch Angabe falscher Identitäten und Mail-Adressen umgehen.
Angesichts solcher Missstände raten Datenschutzexperten zu viel mehr Vorsicht. Sensible Informationen im Web sollten nur für einen sehr eng definierten Freundeskreis offen sein. Fahrlässig sei es dagegen, sich ausführlich gegenüber allen Besuchern seiner Webseite vorzustellen. Auch gegenüber den oft hunderten "Friends", in Wahrheit oft reinen Internet-Bekannten, sei Vorsicht angebracht.
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