Jungen stärker betroffen als Mädchen: 1,1 Millionen Kinder können nicht richtig sprechen
VON BRIGIT MARSCHALL - zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 - 02:30Berlin (RP). Fast jedes dritte Vorschulkind in Deutschland leidet unter Sprachstörungen. Dabei seien Jungen im Alter von sechs Jahren mit knapp 38 Prozent deutlich stärker betroffen als Mädchen mit rund 30 Prozent, heißt es im jüngsten Arztreport der größten Krankenkasse, der Barmer GEK. Insgesamt liege der Anteil der Kinder bis 14 Jahren mit Sprech- und Sprachschwierigkeiten bei 10,3 Prozent. Ärzte hätten diese Diagnose innerhalb eines Jahres bei insgesamt 1,12 Millionen Kindern gestellt.
Für den gestern veröffentlichten Report wurden die Daten von 8,3 Millionen Barmer-Versicherten ausgewertet. Demnach sind psychosoziale Krankheitsbilder wie Sprachstörungen, Konzentrationsschwächen und Hauterkrankungen wie die Neurodermitis bei Kindern weiter auf dem Vormarsch.
Auffällig ist nach Auffassung des Sozialmediziners Friedrich Wilhelm Schwartz, dass die Eltern erst kurz vor der Einschulung aktiv werden. Der Studie zufolge erhalten 20 Prozent aller fünfjährigen Jungen und 14 Prozent der Mädchen eine Logopädie-Behandlung.
Offenbar befürchteten die Eltern, ihr Kind könne den Sprachanforderungen in der Schule nicht gerecht werden, so Schwartz. Die Spracherziehung müsse jedoch bereits in den ersten Lebensjahren und im Kindergarten beginnen.
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